Mönchengladbach: Schon 1700 Einsätze für die Mülldetektive

Illegale Abfallentsorgung in Mönchengladbach : 1700 Einsätze für Mülldetektive

Plastikteller im Stadtwaldsee, Altreifen im Naturschutzgebiet – der Sinn für Gemeingut scheint bei vielen Menschen verloren.

An vielen Ecken der Stadt kann man es sehen: Es gibt offensichtlich Bürger, denen Regeln und Verbote egal sind oder die schlicht und ergreifend ignorant sind. An Containerstandorten, in Parks und in Naturschutzgebieten wird illegal Müll entsorgt. Und damit ist nicht das sorglos weggeworfene Papiertaschentuch gemeint, das sind oft Berge von Müll. Zuletzt wurden an einem Wanderweg in Wickrath über 100 Altreifen an einem Wanderweg entsorgt. Im Juni türmten sich Abfallsäcke im Hoppbruch und im März landeten 64 volle Mülltüten am Rand der Hardter Straße, Und das sind nur die drastischsten Fälle aus dem ersten Halbjahr.

1700 Einsätze hatten die Mülldetektive der Mags bereits in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Trotz größerer Abfalltonnen bleibt das Problem der illegalen
Müllentsorgung.

Seit Anfang des Jahres haben die Mülldetektive bislang 84 unrechtmäßige Entsorgungen beobachtet und entsprechende Verfahren eingeleitet. Und das kann für die Umweltsünder teuer werden. Schon die illegale Entsorgung von einer Tüte Restmüll kostet ab 100 Euro aufwärts, bei einer Kofferraumladung Sperrmüll sind es mindestens 600 Euro Bußgeld.

Um einer Bestrafung zu entgehen, soll mancher erwachsene Umweltsünder schon seine minderjährigen Kinder zur illegalen Müllentsorgung angestiftet haben. Zwei Fälle wurden bei der Mags bis jetzt bekannt, in denen unter 14-Jährige mit Säcken voller Haushaltsmüll zu Wertstoffcontainern geschickt wurden. Viel öfter aber würden die „Täter“ aber mit dem Auto vorfahren, sagt Mags-Sprecherin Yvonne Tillmanns. Mitunter landeten dann ganze Anhängerladungen in der Natur oder auch – ganz beliebt – an Container-Standorten.

„Wir fahren die Container täglich ab. Wo wir morgens sauber gemacht haben, sieht’s mittags schon wieder aus, als wären wir nicht dagewesen“, sagt Yvonne Tilmmanns. Die Ecken, an denen sich illegale Abfälle türmen, seien fast immer die gleichen: Die Containerstandorte Gracht und Egerstraße beispielsweise würden zweimal täglich von Mitarbeitern der GEM gereinigt. Und trotzdem türmten sich wenige Stunden später Essensreste, Elektrogeräte oder andere ausrangierte Waren an den Stellen. Der Standort Egerstraße erreichte unter dem Stichwort „Gruby“ im Internet bereits lokale Berühmtheit.

Mülldetektive wollen mit ihren Einsätzen Nachahmer abschrecken

Über das soziale Netzwerk Facebook wird im Internet regelmäßig sein Vermüllungsgrad veröffentlicht. Die Standorte Watelerstraße und Viktoriastraße halten die Mülldetektive ebenso auf Trab. „Es bleibt für uns ein Dauerthema“, sagt die Mags-Sprecherin. Ähnliches gilt für den Bereich Rheydter Stadtwald. Insbesondere in der Hauptsaison würden die großen Müllcontainer an jedem Montag komplett geleert, Grillzonen, Mülleimer, Rasenflächen, Sträucher, Spielplatz und Wasserspielplatz gereinigt. Was die Mülldetektive und Mags-Mitarbeiter am meisten ärgert, ist die Dreistigkeit mancher Täter, die keinen Sinn für das Gemeingut an den Tag legten. Da würden beispielsweise verdreckte Plastikteller und leere Becher einfach da zurückgelassen, wo sie gebraucht worden sind. Plastikbestecke werden einfach in den See geworfen oder heiße Einmal-Grills auf den Tischen abgestellt, so dass die Holzplatten verkohlen. Verbote und Regeln würden von manchen schlicht ignoriert. Das Ziel der Mülldetektive ist ein hehres: Sie wollen mit ihren Einsätzen Nachahmer
abschrecken.

Mehr von Westdeutsche Zeitung