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Mönchengladbach: Parkplätze verdrängen Radweg an der Roermonder Straße

Mönchengladbach : Neue Parkplätze verkleinern Radweg

Anwohner ärgern sich über das Resultat des Umbaus der Roermonder Straße. Die Stadt spricht von einer Zwischenlösung.

Mönchengladbach treibt mit viel Aufwand den Radverkehr in der Stadt voran. Umso erstaunlicher ist ein Umbau an der Roermonder Straße, der Anwohner ziemlich verärgert hat: Auf einem rund 30 Meter langen Abschnitt stadteinwärts in Höhe des Ortsteils Hamern ist der Fahrradweg neuerdings unterbrochen – und zwar von einer Parkbucht für Autos. Dafür müssen sich Radfahrer jetzt einen verbliebenen Restweg mit einer Breite von rund einem Meter mit Fußgängern und Straßenlaternen teilen. Dazu sind sie sogar verpflichtet, denn das Schild „Gemeinsamer Geh- und Radweg“ bedeutet, dass Radfahrer diesen Sonderweg benutzen müssen und nicht etwa auf die Straße ausweichen dürfen.

Für Anwohner Georg Schroer ist das ein Unding. „Selbst wenn der Radfahrer auf den Bürgersteig ausweicht, kommt er an der dortigen Laterne kaum vorbei, erst recht dann nicht, wenn sich dort ein Fußgänger befindet oder vom Haus der AFbJ ein Rollstuhlfahrer unterwegs ist“, sagt Schroer. Bis zu seiner Umgestaltung habe der Radweg einwandfrei funktioniert.

Der Radweg soll künftig auf
die Straße gelegt werden

Die Stadt hat dafür eine Erklärung: Alles hat nämlich damit zu tun, dass die dortigen Bushaltestellen Ostmarkstraße barrierefrei umgebaut wurden. Dafür sei die Fahrbahn etwas verbreitert worden mit dem Ziel, zukünftig den Radweg ab dem Stationsweg stadteinwärts auf die Fahrbahn zu verlegen. Das ginge aber im Moment noch nicht, weil der Zustand der Straßen das nicht zulasse.

„Durch die Mags ist auf dem Abschnitt von der Bahn bis zum Stationsweg die Erneuerung der Deckschicht vorgesehen. Die Mags hat vor, diese Baumaßnahme noch in ihrem laufenden Jahresprogramm mit aufzunehmen. Im Anschluss erfolgt die neue Markierung des Radweges auf der Fahrbahn, wie dies bereits stadteinwärts auf dem Abschnitt von der Bahnbrücke bis zum Metzenweg geschehen ist“, erklärt Stadtsprecher Mike Offermanns.

Nun sollen die Parkplätze vorübergehend gesperrt werden

Bei dem gemeinsamen Rad- und Fußgängerweg handele es sich um einen Zwischenzustand. Allerdings um einen, der in dieser Form nicht den Vorgaben entspricht: Denn laut allgemeiner Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung muss ein gemeinsamer Fuß- und Radweg innerorts mindestens 2,50 Meter breit sein. Diese Breite wird zumindest an den neuen Parkbuchten nicht eingehalten.

Das weiß auch die Stadt, weshalb die neuen Parkplätze jetzt für diesen Zwischenzustand gesperrt werden sollen, damit die Radfahrer wieder dort fahren können, um am Ende der Parkstände wieder über eine Rampe auf die Nebenanlage geführt zu werden. Also im Grunde so, wie es vor dem Umbau war. „Zudem soll der Gehweg, soweit es der Baumbestand zulässt, noch etwas verbreitert werden“, sagt Offermanns.

Der ADFC begrüßt zwar die Ausbaupläne, kritisiert allerdings die eingerichtete Zwischenlösung. „Bei solchen Provisorien würde ich mir für Radfahrer und Fußgänger vernünftige Lösungen wünschen mit gelben Linien, wie man sie auch von anderen Baustellen kennt, und Tempo 30 für Autofahrer“, sagt Thomas Claßen vom ADFC.