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Mönchengladbach: Neue Studie soll Betrieb am neuen Busbahnhof simulieren

Nahverkehr in Mönchengladbach : Busbahnhof: Konkrete Pläne im Sommer

Mitte April will das Planungsbüro ein Konzept vorlegen. Bürger sollen an dem Prozess beteiligt werden.

Die NEW hat in der Debatte um den neuen Busbahnhof erstmals ihre Vorstellungen vorgelegt. Demnach sollen bis zur Sommerpause erste konkrete Planungen vorliegen, und Bürger sollen an dem Prozess laufend beteiligt werden. Das sagte der neue Technische Vorstand der NEW, Thomas Bley, am Dienstag im Planungs- und Bauausschuss der Stadt. „Wir sind der festen Überzeugung, dass wir eine Lösung finden, die funktioniert und die für die Zukunft auch entwicklungsfähig ist“, sagte Bley, der auch Geschäftsführer der für den Busverkehr zuständigen NEW-Tochter ist. Vor allem die Grünen haben daran Zweifel und hatten deshalb eine Sondersitzung des Rates erzwungen, in der sie die Grundstücksverkäufe des Europaplatzes an den Investor der „19 Häuser“ scharf kritisierten.

Bley und Verkehrsplaner Thomas Schaller vom Büro Lindschulte legten neue Details zum geplanten Busbahnhof vor. Das Büro hatte auch den Förderantrag beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mit erarbeitet, jetzt soll es eine Studie zu einem Betriebskonzept inklusive einer Verkehrssimulation vorlegen. Das soll in spätestens zwei Monaten, also Mitte April, fertig sein.

Der neue Busbahnhof wird laut Schaller nur geringfügig kleiner als der alte, nämlich 13 100 Quadratmeter statt 16 800 Quadratmeter. Es wird 27 barrierefreie Bussteige geben, die in weiten Teilen einzeln anfahrbar sind – also auch dann, wenn Busse woanders stehen und am bisherigen Busbahnhof den Weg blockieren. Geplant wird eine große Haltestelleninsel mit durchgehendem Dach und weitere Bussteige an der Goebenstraße, der Sittardstraße und der unteren Hindenburgstraße. Verkehrsplaner Schaller ist sicher: „Auf dieser Fläche ist auch eine Taktverdichtung etwa auf zehn oder fünf Minuten möglich, und an diversen Haltestellen wird es freie Kapazitäten für weitere Linien geben.“ Genaue Modelle sollen mit der Studie im April vorliegen.

Derzeit läuft die europaweite Ausschreibung für die konkrete Planung. Im April sollen erste Konzepte vorgestellt werden, zeigte NEW-Vorstand Bley auf. Der Sieger des Wettbewerbs werde erst im Mai feststehen und die finale Planung erst Ende September, allerdings sollen vorher bereits Planungen in der Öffentlichkeit diskutiert werden. „Ich bin optimistisch, dass wir vor den Sommerferien Aussagen machen können, wie ein Konzept umgesetzt wird“, sagte Bley. „Und wir haben kein Problem damit, frühzeitig die Entwürfe zu kommunizieren.“

Die Planungspolitiker forderten Bürgerbeteiligung ein, soweit es das Ausschreibungsverfahren zulasse. CDU-Politikerin Annette Bonin schlug vor, am Europaplatz einen Bus zu platzieren, in dem Bürger ihre Einwände und Ideen bei Fachleuten platzieren könnten.

Auch zum Provisorium, das ab Mai 2021 den Busverkehr am Hauptbahnhof übernehmen soll, gab es weitere Einzelheiten. Dafür sollen 9800 Quadratmeter reichen, allerdings gibt es im Bahnhofsumfeld keine Fläche, die dafür infrage käme. Die Bussteige eins bis vier des bisherigen Busbahnhofs (das sind die direkt vor dem Bahnhofsgebäude) bleiben bestehen, während der neue Busbahnhof und die „19 Häuser“ gebaut werden. An der Goebenstraße und der Hindenburgstraße werden die restlichen Haltestellen eingerichtet.

Das Betriebskonzept müsse dafür nicht geändert werden, wie Thomas Schaller vom Büro Lindschulte betonte. Der Autoverkehr werde dann schon vom Europaplatz ausgesperrt. So ist es auch für den fertigen neuen Busbahnhof vorgesehen. Drei Jahre, bis Sommer 2024, soll der Busverkehr über das Provisorium laufen. Ende Juni 2024 könnten dann die „19 Häuser“ und der neue, kleinere Busbahnhof fertig sein. Der dafür ebenfalls nötige Abriss von Haus Westland soll bereits in diesem Jahr beginnen.

Auch im Planungs- und Bauausschuss blieb die Fraktion der Grünen bei ihrer Kritik an den Plänen. Georg Weber, sachkundiger Bürger der Grünen, kritisierte: „Wir sind mit diesen Plänen viel zu spät. Wir müssen in unserer Generation einen CO2-neutralen öffentlichen Verkehr hinkriegen, wenn wir die Grundstücke jetzt verkaufen, ist der Platz dafür für immer weg.“

SPD-Politiker Thomas Fegers warnte hingegen: „Es ist sehr wichtig, Transparenz herzustellen und die Mönchengladbacher Bürger an der Entwicklung eines solchen Mehrwerts zu beteiligen. Und es ist sehr wichtig, die Chance zu nutzen und Stadtreparatur am Europaplatz zu betreiben.“