Mönchengladbach: Investoren-Streit um Wohnungsbau auf dem Reme-Gelände in Lürrip

Großprojekt in Mönchengladbach : Reme: Investor fühlt sich betrogen

Investor Catella gibt sich mit Zuschlag für den Konkurrenten Instone zur Entwicklung des Areals nicht zufrieden.

Das ehemalige Reme-Gelände, lange durch die britische Armee genutzt, ist eines der größten Wohnbauprojekte in der Stadt. Das Areal wurde in drei Abschnitte aufgeteilt, die von drei Investoren entwickelt werden sollen. Herzstück ist dabei „Los 2“, das 42 000 Quadratmeter umfasst und die denkmalgeschützte Panzerhalle einschließt. Es grenzt an den Bereich, in dem die NEW den Gladbach renaturiert. Doch die Vergabe an den Investor Instone sorgt nun beim Konkurrenten, der in direkter Nähe die Seestadt entwickelt, für Ärger.

Sechs Entwicklungsgesellschaften hatten sich um das Areal beworben, darunter die zu Seestadt-Entwickler Catella gehörige Nordic Seeding und der Essener Projektentwickler Instone Real Estate, der den Zuschlag für seinen Entwurf erhielt. Der Siegerentwurf überzeugte unter anderem durch das Nutzungskonzept für die Panzerhalle, in der eine Quartiersgarage, ein Nahversorger, Gastronomie, aber auch eine Kita integriert werden sollen. Es ist aber auch der Entwurf, der auf die dichteste Bebauung setzt. Insgesamt sollen 60 Einfamilienhäuser und mehr als 200 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen. Dabei gibt es keine Vorgabe für geförderten oder preisgedämpften Wohnraum. Die Stadt will allerdings auf eine Lockerung der Reihenhausbebauung hinwirken, wie bei der Vorstellung des Entwurfs in der Bezirksvertretung Ost berichtet wurde.

Catella fasst die Vergabe an Instone als Affront auf. Catella-Chef Klaus Franken sagt: „Wir sind der Meinung, dass wir nicht nur das bessere Angebot abgegeben haben, sondern wir sind sehr überrascht davon, dass jetzt Mehrfamilienhäuser statt nur Einfamilienhäuser geplant sind“, sagt Franken. Überdies habe Catella auch 40 Prozent regulierten Wohnungsbau angeboten, in der Seestadt wird ein solcher Anteil der bis zu 2000 geplanten Wohnungen Mietern mit geringeren Einkommen vorbehalten. Konkurrent Instone darf ohne bauen. Die Vorgaben sollten überall gleich sein, sagt Franken: „Und man darf den Wohnungsmarkt nicht überfordern.“ Catella prüfe nun, gegen die Vergabe vorzugehen. „Man sollte zumindest die Konzepte besser aufeinander abstimmen“, sagt Franken.

Den Lärmschutz gewährleisten Häuser mit Dachbegrünung

Die Planungen von Instone beziehen das historische Kesselhaus mit seinem markanten Schornstein ein, für dessen Räumlichkeiten eine öffentliche Nutzung zum Beispiel durch Vereine geplant ist. Im direkten Umfeld soll ein Nachbarschaftsplatz entstehen. Der Lärmschutz im Süden des Areals, der notwendig ist, weil die Bahn für entsprechende Maßnahmen mindestens zehn Jahre benötigt, wird beim Siegerentwurf durch einen Lärmschutzriegel gewährleistet, der aus drei- und viergeschossigen Gebäuden mit begrüntem Flachdach besteht, wobei sich die Wohnungen ins Innere des Quartiers orientieren. Auch die übrigen Dächer der Gebäude sind als begrünte Dachflächen ausgelegt.

Ein kleiner Teil des Areals im Südwesten wird nicht bebaut, sondern den Bewohnern des Quartiers als Gärten zur Verfügung gestellt. Als Baumaterial wird auf Ziegel gesetzt, die die vorhandenen historischen Ziegelfassaden aufgreifen. Bei der Vorstellung in der Bezirksvertretung Ost gab es zwar detaillierte Nachfragen zur Ökologie oder dem sozialen Aspekt, insgesamt zeigten sich die Bezirksvertreter angetan von dem Entwurf und den Möglichkeiten, das Remegelände nach den vielen Jahren des Stillstands neu zu gestalten. „Wir sorgen dafür, dass etwas passiert“, stellte Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer fest.