Book-Dating in Mönchengladbach Lieblingsbücher werden in nur zehn Minuten vorgestellt

Mönchengladbach. · Beim Book-Dating in der Zentralbibliothek werden Tipps getauscht.

 Andrea Otten, Nadine Fabri und Brigitte Behrendt (v.l.) stellen ihre Lieblingsbücher vor.

Andrea Otten, Nadine Fabri und Brigitte Behrendt (v.l.) stellen ihre Lieblingsbücher vor.

Foto: Rick, Markus (rick)/Markus Rick (rick)

Thorsten Küppers und Markus Klemt sind echte Buchfans, nicht nur von Berufs wegen. Beide kommen aus dem Buchhandel, arbeiten jetzt in anderen Jobs. Thorsten Küppers wird aber bald in den Buchhandel zurückkehren. Darauf freut er sich schon. „Ich bin zum ersten Mal bei einer solchen Veranstaltung. Aber ich stehe im regelmäßigen Austausch mit Freunden“, sagt er.

Die Veranstaltung, zu der die Volkshochschule und die Stadtbibliothek eingeladen haben, heißt „Book-Dating“. Die Teilnehmer haben jeweils zehn Minuten Zeit, um ihrem Gegenüber ihr Lieblingsbuch oder eine literarische Entdeckung – Krimi, Klassiker oder Liebesroman – vorzustellen. Danach ertönt ein Gong und die Teilnehmer rutschen einen Sitz weiter.

Thorsten Küppers hat den neuen Roman „Die Bagage“ von Monika Helfer dabei. Erzählt wird autofiktional, nicht autobiografisch, wie Küppers sagt, die Geschichte ihrer Familie, die kinderreich im dörflichen Vorarlberg lebt. Als der Vater in den Ersten Weltkrieg eingezogen wird, muss sich die Großmutter der Autorin – eine sehr schöne Frau – alleine um die Familie kümmern. Dazu kommen noch die Avancen des Bürgermeisters und anderer Männer des Dorfes. Die Mutter verliebt sich dann in Gregor aus Hannover und wird mit der Mutter von Monika Helfer schwanger. „Ich finde die Geschichte toll“, sagt Küppers. Besonders, dass Monika Helfer es schaffe, auf unterschiedlichen Zeitebenen zu erzählen. „Es könnte bei mir nicht nur ein Lieblingsbuch auf Zeit werden“, sagt er und die Begeisterung schwingt in seiner Stimme mit.

Klemts Favorit ist ein Buch
von Sinead O’Connors Bruder

Markus Klemt hat gleich drei Bücher mitgebracht. „Meine Bücher sind alt, aber alle noch lieferbar“, sagt er und lächelt. Einer seiner Favoriten ist „Die Überfahrt“ von Joseph O’Connor. „Es ist der Bruder von Sinead O’Connor“, sagt Klemt. Es sei die Geschichte einer Überfahrt irischer Flüchtlinge nach Amerika im Jahr 1846. „Es gab damals eine Hungersnot in Irland, deshalb passt das Buch auch in die heutige Zeit“, sagt Klemt. Er habesich die Frage nie gestellt, was mit den Menschen damals in New York passiert sei. Ebenfalls dabei hat er Paul Austers „Die Brooklyn Revue“ und „Die Pilgerreise des Farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami.

Nadine Fabri von der VHS und Andrea Otten von der Stadtbibliothek sind begeistert. „Man lernt ein Buch kennen, das die Leute wirklich mögen“, sagt die Bibliothekarin. Thorsten Küppers und Markus Klemt gehen mit neuen Impulsen nach Hause. „Ich werde ,Die Überfahrt’ mal lesen und ,Ein Mann seiner Klasse’ von Christian Baron, das Frau Otten vorgestellt hat, zu Ende lesen“, sagt Küppers. Der nächste Termin ist am 1. Oktober. Anmeldungen sind in der Stadtbibliothek oder in der VHS möglich.

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