Großer Umbau in Mönchengladbach IHK eröffnet neues Bildungszentrum

Mönchengladbach · Nach zwei Jahren Bauzeit ist der IHK-Standort an der Bismarckstraße umfangreich umgebaut und saniert. Dort werden nun in jedem Jahr Nachwuchskräfte in Tausenden Unterrichtsstunden jährlich aus- und weitergebildet.

 Das Kernstück der umgebauten IHK in Mönchengladbach: Im Erdgeschoss gehen vom Foyer Seminarräume und ein Bistro ab.

Das Kernstück der umgebauten IHK in Mönchengladbach: Im Erdgeschoss gehen vom Foyer Seminarräume und ein Bistro ab.

Foto: Andreas Gruhn

Wenn eine Baustelle etwa zwei Jahre Zeit benötigt, dann wird manchmal auch bis zur letzten Minute noch gearbeitet. Wenige Stunden, bevor die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein an diesem Mittwoch ihren umgebauten Standort in Mönchengladbach an der Bismarckstraße mit Hunderten Gästen eröffnet, wird noch am Pflaster gearbeitet. Frische Wandfarbe ist zu riechen. Die Dekoration für die Feier am Abend wird aufgebaut. „Diese Feier haben wir uns verdient“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz bei einem Rundgang durch die runderneuerten Räumlichkeiten. Zwei Jahre hat es gedauert, und die IHK hat insgesamt 3,8 Millionen Euro investiert. „Aber es hat sich gelohnt. Der Standort ist jetzt offen, transparent und kommunikativ.“

Auf rund 850 Quadratmetern sind neue und modern ausgestattete Seminarräume für die Weiterbildung entstanden. 200 Lernende können dort gleichzeitig unterrichtet werden. Rund 100 Seminare und Lehrgänge mit etwa 3500 Unterrichtsstunden werden jährlich in Mönchengladbach stattfinden.

(v.l.) Architekt Burkhard Schrammen, Oberbürgermeister Felix Heinrichs,  Moderatorin Agnes Absalon und IHK-Präsident Elmar te Neues

(v.l.) Architekt Burkhard Schrammen, Oberbürgermeister Felix Heinrichs, Moderatorin Agnes Absalon und IHK-Präsident Elmar te Neues

Foto: Markus Rick (rick)

Im zweiten und dritten Obergeschoss sind neue Arbeitsbereiche für die Mitarbeitenden entstanden. Auf 1900 Quadratmetern sind 30 IHK-Beschäftigte tätig. Der Außenbereich ist neu gestaltet und nun auch barrierefrei angelegt mit deutlich mehr Aufenthaltsqualität. Dafür wurden die beiden benachbarten Gebäude umgebaut: Der denkmalgeschützte Altbau aus dem Jahr 1908 und der angeschlossene „Neubau“ von 1972 wurden modernisiert. Der Zugang zur Bismarckstraße im neueren Gebäude, der 1973 eingerichtet wurde, ist entfernt. Wer die IHK betritt, tut dies nun wieder durch das großzügige und historische Portal des Altbaus. Dieser Umbau zweier Altbauten war deshalb kompliziert, weil alte Strukturen auf neue Standards ausgelegt werden mussten. Unter anderem Brandschutzmaßnahmen und neue Fluchtwege mussten eingerichtet werden, „das führte zu einer verlängerten Bauzeit“, wie Steinmetz sagt. 200 Quadratmeter Dachflächen werden noch begrünt. Für Fotovoltaik-Anlagen ist aber die Statik insbesondere des Altbaus nicht brauchbar. Im Erdgeschoss wurde ein neues Bistro eingerichtet – alles nach den Plänen des Mönchengladbacher Architekten Burkhard Schrammen.

Der IHK geht es vor allem darum, den Mitgliedsunternehmen beste Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Beschäftigten zu bieten. Rund 2100 Jugendliche werden künftig im Jahr in ihrer Berufsausbildung in Mönchengladbach geprüft. Dazu kommen weitere etwa 250 Prüfungen im Bereich Ausbildereignung, 100 Gefahrgut-Fahrerprüfungen, 50 Fortbildungsprüfungen und etwa 100 Gaststättengewerbeunterrichtungen im Jahr. Seit Montag laufen die ersten Seminare in den neuen Räumen. Diese können auch hybrid genutzt werden: Via Internet und Kamera können Teilnehmer von außerhalb zur Schulung hinzugeschaltet werden, wie IHK-Geschäftsführerin Daniela Perner erklärt. 10.000 Meter Kabel wurden verlegt – nicht hinzugerechnet sind die Glasfaserkabel aus der Kunstinstallation in der Wechselausstellung der Künstler Inga Fu und Walter Ziegler.

„Wir wollen damit dem dringenden Bedarf der Unternehmen Rechnung tragen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Steinmetz. „Mehr als 56 Prozent der Unternehmen sehen im Mangel an qualifizierten Mitarbeitenden ein wesentliches Geschäftsrisiko.“ Aus-, Fort- und Weiterbildung sei das wirksamste Rezept gegen Fachkräftemangel, ergänzt Perner. Das stand demnach auch als wichtigstes Thema auf der Tagesordnung der Vollversammlung, die am Nachmittag in Mönchengladbach tagte.

Steimetz betont, der Umbau sei ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Mönchengladbach. „Es ist nicht selbstverständlich, dass unsere Vollversammlung diese 3,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat.“ In Krefeld wurde bereits 2016 in den Neubau eines Prüfungs- und Weiterbildungszentrums investiert. Für 2027 plant die IHK eine Investition auf dem Wendersplatz in Neuss. „Damit wären alle unsere Weiterbildungstandorte optimal aufgestellt“, sagt IHK-Präsident Elmar te Neues.

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