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Mönchengladbach: Hofläden sind auch in Corona-Krise gefragt

Kreativität nötig : Gladbachs Hofläden gehen neue Wege

Lieferengpässe gibt es nicht. Auch Höfe setzen vermehrt auf den Online-Verkauf.

Joachim Kamphausen führt den Lenßenhof seit 28 Jahren und bietet seinen Kunden 50 verschiedene Gemüsesorten und neun Sorten Kartoffeln an. Er ist von Beginn an passionierter Biobauer. Zum Betrieb gehört auch ein Laden. Durch die Krise ist vor allem dort jetzt einiges an Kreativität gefragt. „Wir haben zum Glück im vergangenen Jahr von 95 Quadratmeter auf 145 Quadratmeter vergrößert“, sagt Kamphausen. Wäre es bei der alten Größe geblieben, müsste er jetzt eine Mitarbeiterin abstellen, die die Tür im Auge behält und darauf achtet, dass nicht zu viele Kunden auf einmal im Laden sind. „Aber jetzt können die Kunden sich gut verteilen. Ich muss meine Kunden loben. Sie sind sehr diszipliniert“, betont er.

Wenn man auf den Boden durch den Durchgang in den Anbau schaut, findet man Markierungen auf dem Boden. „So ist garantiert, dass genug Abstand gehalten wird“, sagt Kamphausen. Auch für seine Mitarbeiter bedeuten die Maßnahmen Änderungen im Alltag. Es gibt nun regelmäßige Briefings mit Informationen zu den neuesten Entwicklungen, in denen auch die Mitarbeiter zu ihrem Gesundheitszustand befragt werden. Regelmäßige Desinfektion von Tür und Flächen gehört jetzt zu den täglichen Aufgaben.

Aber das Geschäft im Hofladen ist noch nicht alles. Die Arbeit auf dem Feld muss auch weiterlaufen, und dreimal in der Woche geht es auf den Wochenmarkt in Rheydt und Mönchengladbach. Auch auf dem Wochenmarkt wird auf die Sicherheit geachtet. Die Mitarbeiter tragen Handschuhe und desinfizieren regelmäßig.

In der Krise ist gegenseitige Unterstützung gefragt

Alexandra Schneider, Erik Avola, Kerstin Huebner und Linda Jedtke (v.l.) betreiben den Hofladens Brungs. In Kürze wollen sie auch im Internet verkaufen. Foto: Ilgner,Detlef (ilg)/Ilgner Detlef (ilg)

Der Alltag im Hofladen Brungs in Venn ist kurz nach der Übernahme des Geschäfts durch neue Betreiber nicht mehr so wie geplant. Kerstin Hübner und Erik Avila haben den Laden zum Jahreswechsel übernommen und das Angebot erweitert. „Wir haben zum Beispiel lose Ware stärker in den Fokus gerückt, bieten auch selbst gekochte Eintöpfe und andere Gerichte an“, sagt Kerstin Hübner. Aber auch der Käse und die Eier von den eigenen Hühnern sind beliebt. Wegen der Corona-Krise muss sie ihr Geschäftsmodell überdenken. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie einen Shop auf die Beine gestellt, der demnächst online gehen soll. „Eine Kollegin ist den ganzen Tag am Telefon, um Bestellungen anzunehmen. Die Kunden holen die Ware dann hier ab oder wir liefern“, sagt Hübner.

Wie in vielen Supermärkten soll jetzt auch im Hofladen Brungs vor der Theke an der Kasse eine Wand aus Acrylglas die Kunden und Mitarbeiter schützen. Die Flächen werden regelmäßig desinfiziert. „Wir achten darauf, dass nicht mehr als fünf Kunden im Laden sind“, betont Hübner. Und fügt hinzu: „Aber unsere Kunden sind toll. Einige warten freiwillig draußen, wenn sie sehen, dass jemand im Laden ist.“ Wichtig ist es ihr auch, andere zu unterstützen. „Wir verkaufen vom Café Q nebenan die Nussecken. Die haben im Moment gar keine Einnahmen“, sagt sie. Lieferengpässe hat sie nicht. „Unsere Lieferanten versorgen uns mit Gemüse und Obst.“ Bald möchte sie im eigenen Gewächshaus Tomaten, Gurken und auch Salate anbauen.