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Mönchengladbach: Hochschule Niederrhein überzeugt mit nachhaltiger Mode

Nachhaltigkeitsprojekt in Mönchengladbach : Studentinnen entwerfen nachhaltige Mode

Bei einem Projekt der Hochschule Niederrhein gewann eine Gruppe, die auf Nachhaltigkeit setzt. Produktionsverfahren und Motive thematisieren die Umwelt.

Bei einem Seminar an der Hochschule Niederrhein ist ein nachhaltiges Modeprojekt von einer Professoren- und Dozentenjury zum Sieger erklärt worden. „Für uns war das total überraschend“, sagt Anna-Charlott Buttkus, Mitglied der Gewinnergruppe, denn insgesamt haben 26 Teams mit rund 250 Studierenden unter industrienahen Bedingungen an verschiedenen Kollektionen und Produktinnovationen gearbeitet. Der Großteil der Projekte waren reale Aufträge aus der Wirtschaft, unter anderem von den Firmen „Nordwolle Rügen“, „Walther Faltsysteme“ und „Stacks Ehrenfeld“.

Die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie besteht seit 2004. „Viele Firmen erwarten von unseren Absolventen, dass sie interdisziplinäres Arbeiten beherrschen“, sagt Professorin Kerstin Zöll. In einer Vorlesung könne man dies ebenso wie kommunikative Kompetenzen allerdings nur bedingt schulen. Deshalb habe man das Projektseminar eingeführt, bei dem alljährlich eine Gewinnergruppe gekürt wird. Zöll betont allerdings, dass die Themenstellung keine Auftragsarbeit an der Hochschule sei, weil die Unternehmen in den Schaffensprozess der Gruppen eingreifen würden.

Durch diese Freiheit hat es sich das Gewinnerteam zur Aufgabe gemacht, neben dem vorgegebenen digitalen Kollektionsentwurf für den Druckerhersteller „Epson“ zusätzlich faire und nachhaltige Produktion mit in ihre Projektarbeit einfließen zu lassen. „Das war auch der ausschlaggebende Grund für die Siegerehrung der Gruppe“, sagt Zöll. Die Idee dazu brachte unter anderem die Studentin Maike Vierkötter mit ins Team ein. Sie ist in der Hochschulinitiative „fairquer“ aktiv, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Bekleidungsbranche engagiert und Alternativen aufzeigen will.

Die Verfahren sparen
Stoff, Tinte und Wasser

Die Studierenden haben das Thema Umwelt auf zwei Wegen in die Kollektion eingebunden: Zum einen nutzten sie für die Produktion der Kleidungsstücke ressourcenschonende Verfahren wie den Digitaldruck und das Ultraschallschweißen, wodurch sich sowohl Stoff als auch Wasser und Tinte sparen lasse. Zum anderen machen die aufgedruckten Motive der Kleidung auf den Umgang mit der Umwelt aufmerksam: Ein weißes Kleid mit bunten Schwalben soll zum beispiel zeigen, dass die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten immer mehr abnimmt. Deshalb sind auf dem unteren Teil des Kleides viele von ihnen zu sehen, weiter oben hingegen wenige. Ein Overall thematisiert zwei Stadien der Umwelt: Das Außen zeigt in Blautönen eine kahle düstere Baumlandschaft – die Innenseite hingegen blühende Bäume, die als Symbol für die gedeihende Natur stehen.

„Wir wollen damit zum Denken anregen, immerhin haben wir es in der Hand, welche der beiden Seiten unsere Zukunft bestimmen wird“, erklärt Maike Vierkötter. Auch die anderen Kleidungsstücke sind mit Natursymbolen wie Schildkröten oder Vulkanen bedruckt.

Der Firma „Epson“ werden die Studierenden ihre Kollektion Anfang Februar vorstellen. Wenn alles gut geht, werden sie noch dieses Jahr an einem Stand des Unternehmens auf der internationalen Messe für die Verarbeitung von Textilien in Frankfurt zu sehen sein.