Mönchengladbach hat jetzt einen Johannes-Cladders-Platz

Johannes-Cladders-Platz in Mönchengladbach : Platz am Museum Abteiberg trägt jetzt den Namen von Johannes Cladders

Die Stadt erinnert an den früheren Museumsdirektor.

Die Szenerie strahlte eine unaufgeregt entspannte Atmosphäre aus, die zum Verweilen: Der helle Platz mit den Treppenaufgängen zum Museum Abteiberg und zur Stadt lag im Sonnenlicht, die Sitzplätze im Restaurant Marasol waren besetzt, während das Duo René Buss und Dirk Kraforst musikalisch an die große Zeit der Beatles erinnerte. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners mochte die Besonderheit des Augenblicks empfunden haben, als er zum Areal beim Museum feststellte: „All dies zusammen schafft Aufenthalts- und Verweilqualität für Anwohner, Passanten und Museumsbesucher. Sie tragen zur Belebung des Abteibergs bei. Das kann man heute schon wunderbar sehen. Denn der Platz ist auch für gemeinsame Aktionen gut.“

Dieser Platz heißt nun Johannes-Cladders-Platz. Eine neu angebrachte Gedenktafel erinnert an den früheren Museumsdirektor der Stadt und würdigt ihn als Initiator der Planung und Entstehung des Hauses am Abteiberg. Zum Internationalen Museumstag wurde am Sonntag die vom Kulturausschuss angeregte Umbenennung des vor zwei Jahren neu gestalteten Platzes vollzogen. Reiners begrüßte unter anderen Museumschefin Susanne Titz, Mitglieder des Museumsvereins, Vertreter von Politik und Verwaltung sowie die an der Ausführung beteiligten Unternehmen. Unter den Gästen befand sich auch der frühere Stadtdirektor und Kulturdezernent Busso Diekamp.

OB Reiners lobte Cladders’ Vorstellung von einem Museum

„Das ist mehr als ein symbolischer Akt, das ist eine Hommage“, sagte Reiners zur Eröffnungsfeier. Er hob hervor, dass Cladders seine Idee von einem zeitgenössischen Museum in der Funktion eines Gesamtkunstwerkes umgesetzt und seine Vision „mutig, radikal und mit strategischem Geschick“ zum Ausdruck gebracht habe. Mit dem zu dieser Zeit noch recht unbekannten Wiener Architekten Hans Hollein habe Cladders eine große Freiheit des Denkens gemein gehabt.

„1982 wurde dieses Mammutprojekt eröffnet, dass die Stadt und ihre Reputation, aber auch die globale Kunst und Architektur revolutionierte. Auch dank der Weitsicht und des Mutes entscheidender Menschen in Politik und Verwaltung ist ein Haus von Weltrang entstanden, das zum Denken, Staunen, Zweifeln und auch zum Widerspruch anregt“, sagte Reiners. Er lobte die Architektur als ein Labyrinth, das Kunstwerke nicht in vier Wände sperrt, sondern sich öffnet. Zugleich versprach das Stadtoberhaupt: „Die Öffnung in die Stadt, in die Gesellschaft, das ist weiterhin die programmatische Ausrichtung des Museums.“

Die kulturpolitischen Sprecher Dieter Breymann (CDU) und Hans-Ulrich Elsen (SPD) standen mit vergnügtem Lächeln zusammen – wie sie auch seinerzeit die Idee für einen Johannes-Cladders-Platz gemeinsam angestoßen hatten. „Wir waren der Auffassung, dass Cladders noch keine Würdigung in unserer Stadt erfahren hatte, und haben uns gedacht, dass eine solche etwas mit dem Museum zu tun haben sollte. Das passt hier“, erklärte Breymann.

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