In Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss Zoll-Razzia wegen Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung

Mönchengladbach · Der Zoll hat am Dienstag mehr als ein Dutzend Objekte in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss durchsucht. Schwerpunkt der Aktion waren Odenkirchen und Rheydt. Auch Spezialkräfte kamen zum Einsatz. Worum es bei der Großrazzia geht.

Am Mittag lief der Einsatz des Zolls in Odenkirchen.

Am Mittag lief der Einsatz des Zolls in Odenkirchen.

Foto: Markus Rick

Bei einer Großrazzia des Hauptzollamts Krefeld sind am Dienstagmorgen und am Vormittag mehr als zwölf Objekte in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss durchsucht worden. Schwerpunkt des Großeinsatzes waren Wohnanlagen in Odenkirchen und Rheydt, wie ein Sprecher des Hauptzollamtes sagte. Außerdem waren Kräfte in Korschenbroich, Jüchen, Grevenbroich, Meerbusch und Bergheim im Einsatz, um Wohnungen und Geschäftsräume zu durchsuchen. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hatte die Durchsuchungen in Auftrag gegeben, weil zwei Hauptverdächtige im großen Umfang mit Schwarzarbeit Steuern und Sozialabgaben hinterzogen und sich dabei auch nicht an die Mindestlohn-Vorschriften gehalten haben sollen. „Es geht um den Verdacht der illegalen Beschäftigung von Arbeitnehmern“, sagte ein Zoll-Sprecher.

Konkret sollen mindestens 80 Beschäftigte aus osteuropäischen Nicht-EU-Ländern in einem Betrieb für Industriedienstleistungen beschäftigt und zudem von den Arbeitgebern auch als „Leiharbeiter“ verliehen worden sein. Über fingierte Scheinrechnungen, sogenannte Abdeckrechnungen, soll die Beschäftigung und die Bezahlung der Schwarzlöhne und Umsätze verschleiert worden sein. Die Haupttatverdächtigen, ein Mann und eine Frau, seien am Morgen in ihrem Zuhause angetroffen worden. Der Mann sei zur Vernehmung mit in die Dienststelle gekommen, es habe aber keine Haftbefehle gegeben. Bei dem Betrieb soll es sich um ein Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe außerhalb Mönchengladbachs handeln.

Bei dem Großeinsatz waren mehr als 200 Zoll-Bedienstete im Einsatz. Darunter waren auch Kräfte der Spezialeinheit Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll vom Zollkriminalamt. Die ist vergleichbar mit einem Spezialeinsatzkommando der Polizei. Die Kräfte mussten aber nicht gesondert eingreifen, alle Einsätze seien friedlich verlaufen, sagte ein Zollsprecher.

Durchsucht wurden in Mönchengladbach vor allem die Wohnungen der illegal beschäftigten Arbeitnehmer und der Haupttatverdächtigen. Dabei ging es darum, Beweismittel wie Stundenzettel zu sichern, aber auch darum, Angaben der Arbeitnehmer über ihre Beschäftigung zu bekommen. Auch der Betrieb selbst, Privatwohnsitze und Büros etwa von Steuerberatern wurden durchsucht.

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