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Mönchengladbach: Drogen aus Chemikalien hergestellt - mehrere Festnahmen

Festnahmen in Mönchengladbach und Nettetal : Schlag gegen Drogenmilieu

Der Inhaber einer Chemikalien-Firma aus Nettetal soll seine Waren tonnenweise an Drogenküchen verkauft haben. Der 66-Jährige wurde am Dienstag zusammen mit einem 55 Jahre alten mutmaßlichen Komplizen verhaftet.

Es waren illegal entsorgte Chemieabfälle, die die Polizei auf die Spur von drei Männern aus Nettetal und Mönchengladbach brachten: Sie sollen Chemikalien zur Herstellung von synthetischen Drogen illegal verkauft haben. Nach umfassenden, rund zwei Jahre währenden Ermittlungen vollstreckten Kriminalbeamte der Polizei Mönchengladbach am Dienstag zwei Haftbefehle. Verhaftet wurden der 66-jährige Inhaber einer Nettetaler Chemikalien-Firma sowie ein 55 Jahre alter mutmaßlicher Komplize aus Mönchengladbach. Ein dritter Verdächtiger, 23 Jahre alt, wurde vorläufig festgenommen. Außerdem wurden fünf Objekte in Nettetal und Mönchengladbach durchsucht.

Wie die Polizei mitteilte, brachten die illegal entsorgten Chemieabfälle im deutsch-niederländischen Grenzgebiet die Ermittler auf die Spur, die zu dem Unternehmen nach Nettetal führte. Die Beamten sind sich sicher: „Die Ermittlungen belegen den illegalen und schwunghaften Handel mit Chemikalien im zweistelligen Tonnenbereich.“ Die Stoffe hätten, in Drogen umgewandelt, Gewinne in Millionenhöhe gebracht, so ein Polizeisprecher.

Am Anfang stand die Arbeit des für die Grundstoffüberwachung zuständigen Dezernates des Landeskriminalamtes NRW, ohne die ein Einstieg in zielgerichtete Ermittlungen nicht möglich gewesen wäre. Aufgabe dieser Dienststelle ist die Überwachung des Handels mit Chemikalien, die für die Herstellung von Betäubungsmitteln verwendet werden können. Ausgehend von den abgelagerten Kunststoffbehältern haben die Ermittler eine Spur zu einer Nettetaler Firma verdichtet, die mit Chemikalien handelt.

Mitte 2019 übernahm das für organisierte Kriminalität zuständige Kommissariat der Polizei Mönchengladbach im Auftrag der Staatsanwaltschaft Krefeld die Bearbeitung des Falles. Zeitintensive und sehr aufwendige Ermittlungen begründeten einen Tatverdacht gegen den 66-jährigen Inhaber des Nettetaler Unternehmens und zwei Männer aus Mönchengladbach. Ihnen wird nun vorgeworfen, Chemikalien aus dem legalen Wirtschaftskreislauf entnommen und illegal an Abnehmer weitergegeben zu haben, die damit synthetische Drogen, zum Beispiel Ecstasy und Amphetamin, herstellten.

Die Staatsanwaltschaft Krefeld erwirkte Haftbefehle gegen den 66-jährigen Firmeninhaber und den 55-Jährigen  aus Mönchengladbach. Bei dem 23-Jährigen hätten keine Haftgründe vorgelegen, so die Polizei. Gegen die Abnehmer und Hersteller von illegalen synthetischen Drogen werden anderenorts neue, separate Strafverfahren geführt.

Nähere Informationen machten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht – „um die diesbezüglich laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden“.

(gap)