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Mönchengladbach: Der NEW-Aufsichtsrat will "Sven"-Verkauf an die Innogy SE

Die NEW in Mönchengladbach : NEW verkauft ihre „Sven“-Anteile an Innogy

Wenn die Bezirkregierung einverstanden ist, hat der Versorger damit eineinhalb Jahre Zeit gewonnen.

Der Schlingerkurs mit Elektroauto „Sven“ ist für die NEW erstmal vorbei. Am Donnerstag entschied der Aufsichtsrat des Konzerns, die 2,5 Millionen Euro schwere umstrittene Beteiligung an der Entwicklung des Autos an Innogy abtreten zu wollen und dafür Verträge auszuhandeln. Das ist jener Konzern, der aus RWE hervorgegangen ist und jetzt zu E-on gehört – und dem rund 40 Prozent der NEW  gehören. Es ist also ein Deal unter Partnern, der Folgen hat.

Nach langer erfolgloser Suche nach einem Käufer hat NEW-Vorstand Frank Kindervatter in den Tagen vor der Ratssitzung und dem damit verbundenen Ende der Verkaufsfrist durch die Stadt einen Käufer gefunden. Damit kommt die NEW den Forderungen nach, sich von der umstrittenen Beteiligung zu trennen, die ohne Zustimmung der Stadträte der beteiligten Kommunen und ohne Einbeziehung der Bezirksregierung zustande gekommen war. Dass es sich dabei um den eigenen Gesellschafter handelt zeigt aber auch, dass es bisher nicht gelungen ist, einen Investor zu finden, der die „Sven“-Beteiligung für so werthaltig hält, dass er dafür 2,5 Millionen Euro auf den Tisch legt. Lange war die Rede gewesen von zwei Investoren unter anderem aus China. Einer davon war laut Sachstandsbericht der NEW vom 19. November bereits abgesprungen, der zweite wollte nur einsteigen unter der Bedingung, dass die NEW weiter auf dem Beifahrersitz bleibt. Genau das geht aber nicht. Also blieb nur die Option, das „Sven“-Projekt aufzugeben und an den anderen Gesellschafter, FEV, zu verkaufen. Damit wäre der NEW ein Verlust von 1,7 Millionen Euro entstanden.

Das umgeht die Innogy-Lösung. Sie verschafft der NEW eineinhalb Jahre Zeit bis zum Sommer 2021. Innogy kann bis dahin weiter Käufer suchen. Das schloss am Mittwoch auch die Groko-Reihen im Rat, auch wenn es bei der CDU mindestens vier Abweichler gab, die Fraktionschef Hans Peter Schlegelmilch die Zustimmung bei der Wiederwahl zum NEW-Aufsichtsrat verweigerten.

Die Bindung des Mönchengladbacher Grundversorgers an den Energiekonzern wird enger, und umgekehrt der Einfluss Innogys nicht kleiner. Beide Konzerne verhandeln derzeit eine Wachstumspartnerschaft für die kommenden Jahre. Innogy will Werte bei der NEW einlegen, dabei soll es sich um Stromnetze handeln. Die NEW würde als Netzbetreiber dadurch größer, und Innogy erhöht seinen Anteil am Konzern. Zahlen sind noch nicht bekannt, Innogys Anteil an der NEW muss aber unter 50 Prozent bleiben. Das hängt unter anderem davon ab, wie viel die NEW AG eigentlich wert ist. Da die Aktien nicht am Markt gehandelt werden, gibt es auch keinen exakten Wert. Der wird gerade mittels eines Gutachtens ermittelt.