Mönchengladbach: Christkindlmarkt zieht nach Bau der Markthalle ans Rathaus

Umzug wegen Markthalle nötig : Christkindlmarkt: Neuer Standort am Rathaus

Der Markt zugunsten behinderter Menschen muss dem Bau der Markthalle weichen.

Als am vergangenen Samstag auf dem Kapuzinerplatz sämtliche Prominente der Stadtgesellschaft und viele andere Ehrenamtler wieder fleißig beim Christkindlmarkt zugunsten behinderter Menschen verkauften und kauften, war die Stimmung so gut wie das Wetter. 50 Stände waren aufgebaut, der Andrang war groß, und an mancher Bude das Sortiment bereits mittags ausverkauft. Und dennoch war immer wieder eine besorgte Frage zu hören: Wohin soll der Christkindlmarkt ziehen, wenn auf dem Kapuzinerplatz die Markthalle gebaut wird?

Damit hatten die Organisatoren rund um Charlotte Lorenz bereits dieses Jahr gerechnet. Doch der Baubeginn verzögerte sich, deshalb konnten die Buden und Stände für den seit 46 Jahren bestehenden eintägigen Wohltätigkeitsmarkt erneut auf dem Kapuzinerplatz aufgebaut werden. Ein zweiter Aufschub ist nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich.

„Das Problem ist, dass alle großen, zentral gelegenen Plätze zu dem Zeitpunkt belegt sind“, sagt Charlotte Lorenz. Auf dem Sonnenhausplatz vor dem Minto, der zum Beispiel den Karnevalisten und Schützen als Ausweichstandort dient, und in dessen Nähe einst vor dem Stadttheater die Anfänge des Christkindlmarktes lagen, ist zeitgleich ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Auf dem Alten Markt, wohin der Christkindlmarkt später umzog, hat sich das Weihnachtsdorf etabliert. Ihm musste der Christkindlmarkt vor einigen Jahren weichen – zum Kapuzinerplatz. Jetzt also der nächste Ortswechsel.

Auch der Brunnenhof soll in die Standortpläne einbezogen werden

Darüber wurde bei Glühwein und Reibekuchen spekuliert. Die einen sahen auf dem Schillerplatz im Gründerzeitviertel die Lösung, die anderen am Geroweiher. Hinter den Kulissen wurde aber längst ein anderer Plan geschmiedet: Der Christkindlmarkt soll nämlich ans Rathaus Abtei ziehen. Der Innenhof, der Vorplatz, Teile der Abteistraße und – idealerweise – der direkt angrenzende Brunnenhof, den der Münsterbauverein wieder herrichten lässt, sollen die neue Kulisse bilden.

Zwar gibt es einige logistische Herausforderungen, wie Lorenz betont. So müsse die Anfahrt der Lkw mit den Buden und Waren genau abgestimmt werden. Auch das Befüllen der Buden am frühen Morgen sei wegen der begrenzten Zufahrtsmöglichkeiten eine Herausforderung. Aber prinzipiell sieht sie an diesem Standort viele Vorteile: zentral gelegen, so dass die Laufkundschaft der Innenstadt garantiert ist, nicht allzu weit vom angestammten Standort entfernt, relativ viele Parkmöglichkeiten in der Nähe und natürlich eine tolle, historische Kulisse.

Eng begleitet wird sie vom Architekten Fritz Otten, nach dessen Entwurf die Markthalle entsteht, der aber auch dem Christkindlmarkt eng verbunden ist. „Das Beste wäre, wenn es gelingt, den Brunnenhof zu nutzen“, sagt Otten. Er hofft, dass es bei dessen Neugestaltung rasch vorangeht. „Sonst müssen wir den Christkindlmarkt auf der Abteistraße bis zum Museum ziehen.“ Die Rathausstraße Richtung St. Vith ist nur bedingt geeignet, weil sie für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen wegen der Steigung und des Kopfsteinpflasters schwer
nutzbar ist.

Otten geht davon aus, dass die Markthalle 2020 steht. „Davon hängt alles ab“, sagt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Er hatte den Vorschlag gemacht, sein Rathaus zu öffnen, als der Christkindlmarkt-Verein zu ihm kam, um über einen neuen Standort zu beraten. Ein Vorteil für den Christkindlmarkt: Der Innenhof lässt sich abschließen, zentrale Teile wie die Bühne können bereits freitags aufgebaut
werden.