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Mönchengladbach: Autowracks am Straßenrand - was Städte tun können

2000 Wracks pro Jahr in Mönchengladbach : Die Stadt kämpft gegen Rostlauben

2000 Autowracks werden jährlich in Gladbach am Straßenrand „entsorgt“.

. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes kennen die Stellen, wo immer wieder Autowracks abgestellt werden. Jeden Tag sind sie unterwegs, um zu kontrollieren. Sehr oft kommen aber auch Hinweise von Bürgern, von der Polizei und dem Kommunalen Ordnungsdienst auf „Rostlauben“ am Straßenrand. Mehr als 2000 mal pro Jahr muss der zentrale Ermittlungsdienst des Ordnungsamtes einschreiten, weil nicht zugelassene Autos unerlaubt im öffentlichen Straßenraum abgestellt werden. Für Mönchengladbach wie für andere Städte ist das ein großes Ärgernis. Denn das illegale Abstellen bedeutet viel Arbeit und kostet Geld.

Wird ein Auto ohne Kennzeichen oder ohne TÜV-Plakette im öffentlichen Straßenraum entdeckt, bekommt das Fahrzeug einen leuchtend orangefarbenen Aufkleber mit einer Frist. Die beträgt in der Regel zwei Wochen. Von den 2000 gemeldeten Schrottautos sind tatsächlich rund 1500 illegal abgestellt. Das heißt: Sie sind nicht angemeldet, haben keine TÜV-Plakette oder keine Kennzeichen. Ist dies nicht der Fall, sind der Stadt die Hände gebunden.

 Aktuell ärgern sich Anwohner der Friedhofstraße in Rheydt über zwei geparkte Autowraks. Sie sind beschädigt, unter ihnen wächst das Unkraut, und sie bieten keinen besonders schönen Anblick. „Aber die Autos sind ordnungsgemäß angemeldet und geparkt. Hier hat die Stadt keine Handhabe, obwohl die Situation sicherlich ärgerlich für die Anwohner ist“, sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. Das ist es in der Tat. Denn angeblich steht eines der Fahrzeuge schon fast ein Jahr dort und blockiert einen Stellplatz in dem Wohngebiet. Ähnliche Fälle gab es schon viele. Mancher Anwohner der Dahlener Straße erinnert sich vielleicht noch an das Auto mit polnischem Kennzeichen, das über ein Jahr lang nicht bewegt wurde und gleich zwei Parkplätze blockierte. Auch in diesem Fall wucherte unter dem Fahrzeug das Unkraut. Aus den Gummidichtungen wuchs sogar schon Gras.

Auch die Polizei konnte nicht eingreifen. Sie darf nur zur Gefahrenabwehr tätig werden. Und nur in dem Fall könnte abgeschleppt werden. Auch eine Halterermittlung ist schwierig. Dies darf nämlich nur geschehen, wenn eine Straftat vorliegt.

 „Wir können ausschließlich unangemeldete Schrottautos abschleppen lassen“, sagt Rütten. So sei gegen manchen Schandflecken nichts auszurichten. Dass illegal abgestellte Autowracks an den Haken kommen, geschieht in Mönchengladbach etwa 150-mal im Jahr. In diesen Fällen kam der Fahrzeughalter der Aufforderung, den Wagen wegzusetzen, auch nach zwei Wochen noch nicht nach. Dann steht das Auto noch einmal etwa vier Wochen beim Schrotthändler. Meldet sich der Besitzer immer noch nicht, kommt der Wagen in die Presse. Denn in der Regel haben die Autos, die einfach an der Straße stehengelassen werden, weil sie kaputt sind oder der TÜV abgelaufen ist, keinen Wert mehr. Für den Halter wird es dann richtig teuer. Bis zu 1000 Euro kann das Bußgeld betragen. Dazu kommen noch die Kosten fürs Abschleppen, für die Standgebühr beim Schrotthandel und für die Verschrottung selbst.

Wer seinen Wagen illegal abstellt und dabei hofft, nicht erwischt zu werden, hat schlechte Karten. Auch wenn die Fahrgestellnummer weggekratzt wird, gebe es noch Methoden, den Namen des letzten Halters herauszubekommen, weiß man im Ordnungsamt.