Mönchengladbach: Anwohner protestieren gegen geplantes Wohngebiet

In Bonnenbroich/Geneicken : Nachbarn gegen neues Wohngebiet

In Bonnenbroich sollen neue Häuser gebaut werden. Das gefällt nicht allen.

Ein Abenteuerspielplatz umgeben von Wiesen und hohen Bäumen – eine gut 6,4 Hektar große grüne Oase erstreckt sich zwischen der Frankenstraße und Ritterstraße und mit einem kleinen Zipfel noch weiter zur Eichenstraße. Doch es herrscht Ärger rund ums Idyll. Die Stadt möchte aus dem Gelände ein Wohngebiet machen. Ein Plan, gegen den sich die Anwohner Georg Knoben und Guido Gauls gemeinsam mit der Nachbarschaft wehren wollen.

Die beiden Anwohner sorgen sich um das Grün und um Verkehrsprobleme, die ein Wohngebiet ihrer Ansicht nach schaffen würde. Georg Knoben, der am Rand des Areals eine Schreinerei betreibt, sieht durch ein Wohnquartier zudem seinen Betrieb beeinträchtigt. 400 Unterschriften gegen den Plan haben Knoben und Gauls nach eigenen Angaben gesammelt. „Ich hoffe, dass die Politik die Stadtverwaltung einfängt“, sagt Knoben.

Das Areal, für das die Stadt Ende 2017 einen Bebauungsplan-Vorentwurf in der Bezirksvertretung Süd und im Planungsausschuss des Rates vorgestellt hat, ist jahrzehntelang als Trasse für eine Straße freigehalten worden, die von der Korschenbroicher zur Düsseldorfer Straße führen sollte. Die Pläne für diese „innere Osttangente“ sind längst zu den Akten gelegt. Mit dem geplanten Baugebiet schwebt der Stadt nun „ein kinder- und familienfreundliches Umfeld“ auf der Linie der Strategie „MG plus Wachsende Stadt“ vor. Von einer Kita und Wohngebäuden ist im Vorentwurf die Rede. „Circa 50“ Wohneinheiten sollen es werden, sagt die Stadt.

Würden die Pläne verwirklicht, gäbe es noch mehr Verkehr auf der ohnehin schon „katastrophalen“ Dohler Straße, drohe ein „Parkchaos“ in den Wohnstraßen, sagen Knoben und Gauls. Eine Zufahrt zum Wohngebiet über die Ecke Ritterstraße/Bonnenbroicher Straße wäre zu eng, um mit regelmäßigem Begegnungsverkehr fertigzuwerden. Knoben sorgt sich zudem um seine Schreinerei. Bei der Handwerkskammer hat er erfahren, dass der Abstand eines solchen Betriebs zur Wohnbebauung mindestens 100 Meter betragen müsse. Teile des geplanten Wohngebietes lägen aber näher. „Wenn da Häuser gebaut werden, habe ich jeden Tag Ärger mit den Nachbarn“, sagt er. Halte er jetzt still, müsse er später auf eigene Kosten Abhilfe schaffen, wenn sich Anwohner über Lärm beschwerten. Das sieht er nicht ein, schließlich stehe seine Schreinerei schon länger: „Ich habe das Grundstück vor zehn Jahren von der Stadt gekauft. Wenn die Stadt an ihrem Plan festhält, muss ich dagegen klagen.“ Was Knoben und Gauls besonders ärgert: Obwohl noch kein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegt, werben die Stadttöchter WFMG und EWMG in einer Broschüre bereits fürs Wohngebiet an der Frankenstraße. Darin ist von „ca. 90 Wohneinheiten“ die Rede.

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