Infektionswelle in Mönchengladbach Mönchengalbacher Ärzte weisen auf Wichtigkeit der Grippeimpfung hin

Mönchengladbach · Ärzte und Stadt haben jetzt über die Gefahren einer Infektionswelle informiert. Dabei ging es auch um die Frage, wieso sich auch jüngere Menschen impfen lassen sollten.

Informierten über die Bedeutung der Impfungen zum Herbst (v.l): Kinderarzt Ralph Köllges, Gesundheitsdezernentin Dörte Schall, Gesundheitsamtsleiter Oliver Schneider, Chefarzt Prof. Huan Nguyen.

Informierten über die Bedeutung der Impfungen zum Herbst (v.l): Kinderarzt Ralph Köllges, Gesundheitsdezernentin Dörte Schall, Gesundheitsamtsleiter Oliver Schneider, Chefarzt Prof. Huan Nguyen.

Foto: Stadt Mönchengladbach/Markus Rick

(capf) Die Grippewelle hat begonnen. Besonders in Bayern und NRW kommt es zu vielen Meldungen. Das geht aus einem neuen Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Vor diesem Hintergrund und dem Beginn der Karnevalssession haben Mönchengladbacher Ärzte und die Stadt jetzt über die Gefahren von Infektionswellen informiert.

„Die Influenza-Impfung ist unterrepräsentiert und wird von der Bevölkerung nicht angenommen“, mahnt etwa der Kinderarzt Ralph Köllges: „Dabei ist die Grippe eine Krankheit, die gut beherrschbar ist.“ Ein kleiner Piks würde reichen. Denn eine Grippeschutzimpfung bewirkt gleich mehreres auf einmal: Die Viruslast bei einer Infektion wird deutlich reduziert. Das heißt, dass man weniger ansteckend ist. Und außerdem verringert sich in der Regel auch die Zeit, in der man symptomatisch ist.

Professor Huan Nguyen, Chefarzt an den Städtischen Kliniken, warnt davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. „Die Leute denken oft, es treffe sie nicht. Oder sie bauen auf das gute Gesundheitssystem“, berichtet er aus seiner Erfahrung: „Aber die Krankheit ist nicht harmlos. Es kann jeden treffen, auch schwer treffen.“ Köllges sagt, dass die Grippe oft noch als „vorübergehendes Ärgernis“ angesehen werde. „Das ist eine intensive Erkrankung, an der Menschen sterben können – auch Jugendliche“, erklärt der Kinderarzt.

Bis zur Immunisierung dauert es nach der Impfung zehn Tage

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) sieht vor, dass alle Personen ab 60 Jahren jährlich gegen Influenza geimpft werden, ebenso Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen. Köllges erklärt aber, dass sich im Grunde jeder eine Grippeschutzimpfung abholen könne. Es sei genug Impfstoff da. Ansprechpartner sei in der Regel der Hausarzt. Oliver Schneider, Leiter des städtischen Gesundheitsamts, führt aus, wieso dieser Winter anders ist als die vorherigen: Wegen der Corona-Maßnahmen habe es 2020 und 2021 relativ wenige Grippefälle gegeben. Daher sei das Immunsystem vieler nicht so auf die Infektion vorbereitet. „Ich würde mich hinreißen lassen zu sagen, dass die Grippeimpfung aktuell so wichtig ist wie nie“, sagt Schneider. Nguyen berichtet, dass die Isolation von Infektionspatienten (Covid-19 oder Influenza) Zeit und Kraft binde. „Auf einer Infektionsstation liegen zwölf Patienten, wo sonst 20 versorgt werden.“ Und: Die Versorgung von Influenza-Patienten sorge automatisch für Verzögerungen anderswo im Krankenhaus. Es gebe also vermeidbare Kollateralschäden.

Dass eine solche Informationsveranstaltung zu Karnevalsbeginn etwas spät ist, weisen die Verantwortlichen zurück: „Die Impfsaison startet im Oktober. Aber man kann sich den ganzen Winter impfen lassen“, sagt Köllges. Bis zur Immunisierung dauere es zehn
Tage.

(capf)
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