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Mönchengladbach: 2,6 Millionen Euro für Notebooks und Laptops für Schulen

2,6 Millionen Euro für Mönchengladbach : Wohin mit 2,6 Millionen Euro für Schulen?

Die Stadt bekommt aus dem Paket des Bundes 2,6 Millionen Euro, um damit vor allem Schulen mit Notebooks auszustatten. Möglicherweise fließt noch mehr Geld. Jetzt drängt die Zeit, die Mittel müssen schnell ausgegeben werden. Die Stadt will bei den Schulen den Bedarf abfragen.

. Man stelle sich vor, man bekommt einen dicken Scheck und darf dafür nach Herzenslust Technik shoppen gehen. Selbst erfahrene Einkäufer stoßen aber irgendwann an ihre Grenzen, wenn der Scheck besonders groß ist und schnell ausgegeben werden muss, aber das Angebot begrenzt ist. Vor dieser außergewöhnlichen Situation steht jetzt die Stadt Mönchengladbach.

Die Nachricht vom Städtetag NRW kam nicht ganz unerwartet, aber sie hatte es in sich. Die Stadt Mönchengladbach bekommt knapp 2,6 Millionen Euro aus dem Sofortausstattungsprogramm des Bundes, um damit die Schulen digital auszustatten. Und zwar nicht irgendwann, sondern bis Jahresende. So lautet die Vorgabe, die mit dem Geldsegen verbunden ist. Dabei gibt es viele Fragen zu beantworten.

Werden jetzt digitale Geräte für alle Schüler angeschafft?

Das mit Sicherheit nicht, wie Schuldezernent Gert Fischer unserer Redaktion sagte. Die Rechnung ist einfach: Legt man einen Anschaffungspreis von 500 Euro pro Gerät zugrunde, dann würde dieses Paket 5200 Laptops bringen, sehr vereinfacht gerechnet. Es gibt aber 35 000 Schüler in der Stadt, wobei die Verwaltung auch im Frühjahr mit Beginn der Corona-Pandemie bereits Geräte angeschafft hat. Nach Angaben Fischers gibt es in den Schulen bereits rund 10 000 Geräte, vom hochmodernen Computer bis zum älteren Modell. „Das ist schon mal etwas“, sagt Fischer.

Bleibt es denn bei
den 2,6 Millionen Euro?

Genau das ist die Frage. Das Geld kommt vom Bund, allerdings verweist Fischer auf Berichte, wonach das Land diesen Topf aufstockt. Außerdem seien 100 Millionen Euro für die Ausstattung von Lehrern im Gespräch. „Da ist noch sehr vieles unklar“, sagt Fischer. „Aber jetzt kennen wir eine Zahl und können arbeiten.“ Wobei die Arbeit längst läuft: Denn in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses im Mai hatten die Politiker die Verwaltung damit beauftragt, mit der Umsetzung der Digitalisierung der Schulen, schon einmal zu beginnen.

Was wird denn jetzt gekauft?

Die Stadt favorisiert die Anschaffung von Laptops, nicht von Tablet-Computern. „Wir wissen, welche Geräte wir kaufen können, die auch ins System passen müssen“, sagt Fischer. Allerdings gebe es genau zwei Unwägbarkeiten: Nämlich einmal die Frage, wie viele Leihgeräte für Schüler die Mönchengladbacher Schulen denn brauchen. Und auf der anderen Seite natürlich die Frage, was denn der Markt eigentlich bis Ende des Jahres hergibt. Mönchengladbach steht ja nicht als einzige Kommune mit dem dicken Scheck vor dem Einkaufsregal mit den Computern. Lieferschwierigkeiten bei den Herstellern dürften angesichts einer plötzlich riesigen Nachfrage niemanden überraschen.

Kann das Geld auch für andere Dinge ausgegeben werden?

Das will das Rathaus prüfen, wenn die Vorgaben mit dem Bescheid des Landes vorliegen. Womöglich könnten damit bereits während der Pandemie angeschaffte Geräte finanziert werden, oder aber könnten andere Vorhaben aus dem Medienentwicklungsplan vorgezogen werden. Dieser legt vor allem die Ausstattung der Schulen mit Infrastruktur fest: den Anschluss ans Glasfaserkabel, WLAN, Server, Clouds, technischer Support. Der Plan beschreibt den Rahmen für die Digitalisierung aller 68 Mönchengladbacher Schulen mit Kosten von mehr als 17 Millionen Euro, von denen die Stadt aber nur rund 1,6 Millionen Euro selbst aufbringen müsste. Nur ist diese Strategie auf Jahre angelegt, Geräte werden aber jetzt schon gebraucht.

Was sagen die Experten dazu?

Die Stadt hatte im Zuge der Corona-Pandemie viel Kritik für ihre Einschätzung einstecken müssen, dass die Anschaffung eines Computers nicht zwingend erforderlich sei, um dem Unterricht auf Distanz zu folgen. Diese Einschätzung hatte dafür gesorgt, dass das Jobcenter Anträge von bedürftigen Familien auf Zuschüsse ablehnte. Das kritisierte etwa der Verein NextMG. „Wir haben gesehen, dass es nicht auf Dauer funktionieren kann, die Schüler zu Hause mit Lernstoff in Form von Matrizenausdrucken zu versorgen. Zum anderen müssen wir die Schüler auf eine Lebenswirklichkeit vorbereiten, die digital ist“, sagte der Vorsitzende Sebastian Leppert. Und die zweite Vorsitzende, Susanne Feldges, ergänzte, wie wichtig es gerade sei, Kinder aus Bedarfsgemeinschaften mit digitalen Lernangeboten zu erreichen: „Wir müssen die sozial Schwächeren mitnehmen.

In Gladbach gibt es 38 000 Schüler. 17 000 davon leben in Bedarfsgemeinschaften, also in Familien mit Unterstützungsbedarf. Diese Kinder müssen wir auch ansprechen. Das ist eine Investition in die Zukunft der Stadt.“