Kletter-Marathon in der Kletterkirche: Ein Kraftakt wie die Eiger-Nordwand

Kletter-Marathon in der Kletterkirche: Ein Kraftakt wie die Eiger-Nordwand

Beim Kletter-Marathon für Erwachsene war am Sonntag Ausdauer gefragt. 15 Teams waren in der Kletterkirche dabei.

Mönchengladbach. Die legendäre Eiger-Nordwand erhebt sich nicht gerade in Mönchengladbach, aber die Teams, die den Kletter-Marathon in der Kletterkirche an der Nicodemstraße schaffen, könnten sich auch der Herausforderung des berühmten Alpengipfels stellen. „Wir klettern hier acht Stunden, so lange braucht man auch für die Eiger-Nordwand“, sagt Simone Laube, Geschäftsführerin der Kletterkirche.

15 Teams mit je zwei Kletterern haben sich für den Marathon angemeldet. Von 11 bis 19 Uhr sollen am Sonntag so viele und so anspruchsvolle Routen wie möglich geklettert werden. „Unsere Spitzenteams werden wohl zum Schluss etwa 1200 Klettermeter hinter sich haben“, schätzt Simone Laube. Das Spitzenteam bei den Kindern, die vor 14 Tagen ihren eigenen Marathon ausgetragen haben, hat es immerhin auf 380 Meter in vier Stunden gebracht.

Beim Kletter-Marathon geht es ums Gewinnen. „Klar“, sagt Justus Verlinden. „Wir wollen uns mit den anderen messen.“ Noch haben er und seine Kletterpartnerin Maike Sähn etliche Stunden vor sich, aber sie sind optimistisch. „Da geht noch viel“, meint die 13-jährige Maike, die schon einige Wettkämpfe gewonnen hat. Aber es ist nicht nur Wettkampf. „Der Marathon simuliert die Situation in freier Natur“, erklärt Simone Laube. „Da müssen Kletterer auch Ausdauer haben, sich die Kräfte richtig einteilen, auf den Partner achten.“

So sehen das auch Thomas und Philip Koch. Vater und Sohn klettern seit zweieinhalb Jahren und nutzen den Marathon als Trainingsprogramm für das Klettern draußen. „Hier können wir unsere Grenzen austesten“, sagt Thomas Koch, für den das Klettern mit seinem Sohn als Partner etwas Besonderes ist. „Das ist schon ein Vertrauensbeweis: Mein Leben hängt an seinem Seil.“

Kletterpartner kennen sich besser als Ehepartner, meint Simone Laube. „Man merkt genau, was der andere sich zutraut, wo er Angst hat und wo er Mut aufbringt.“ Vielleicht ist Klettern deshalb so beliebt.

Die Kletterkirche jedenfalls boomt: Mehr als 100 Kindergeburtstage werden dort jeden Monat gefeiert, mehr als 90 Kinder sind in den Kindergruppen aktiv. Und die Eltern entdecken das Klettern durch die Schnupperkurse für die Kinder. „Klettern ist ein echter Familiensport“, ist Simone Laube überzeugt.

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