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Kinder brechen durch dünne Eisdecke

Kinder brechen durch dünne Eisdecke

Wegen geringer Wassertiefe endete der Rettungseinsatz im Schmölderpark glimpflich.

Mit dem Schrecken davongekommen sind gestern Nachmittag drei Zwölfjährige, die im Schmölderpark ins Eis eingebrochen sind. Die drei Kinder waren gegen 16.30 Uhr auf das Eis des kleinen Teichs im Schmölderpark gegangen. Bereits nach wenigen Metern brach das Eis. Weil das Wasser an der Stelle aber nicht besonders tief ist, wurden die Kinder nur bis zu den Knien nass. Zeugen riefen Feuerwehr und Polizei. Die Rettungswagen-Besatzungen wärmten die Kinder auf und brachten sie nach Hause zu den Eltern. Feuerwehr und Polizei warnen erneut davor, die Eisflächen in der Stadt zu betreten. Denn die nur wenige Zentimeter dicken Schichten halten kaum das Gewicht von Personen aus.

Anne Peters-Dresen, Sprecherin der Mags

Von vielen Stellen in der Stadt, vor allem aber vom Geroweiher, erreichten die Polizei gestern nach Auskunft aus der Leitstelle Anrufe von Menschen, die Personen auf den Eisflächen gesehen haben. Darunter waren auch Erwachsene. Am Sonntag brach ein Junge durch das dünne Eis des Geroweihers. Auch dieser Vorfall endete, weil sich der Junge in Ufernähe aufhielt, mit nassen und kalten Füßen. Erwachsene Passanten, die die Kinder schon zuvor maßregelten, verständigten die Polizei, um die Kinder vom Eis zu holen. „Es ist absolut verboten, das Eis zu betreten“, betont Mags-Sprecherin Anne Peters-Dresen: „Selbst wenn das Eis am Ufer noch stabil erscheint und das Gewicht eines Kindes trägt, muss das einen oder zwei Meter weiter nicht zwangläufig auch so sein.“

Die Eisdecke am Geroweiher sieht stabil aus — allerdings nur auf den ersten Blick. Beim genauen Hinschauen lassen sich Bruchstellen entdecken, am Rand klafft sogar ein großes Loch im Eis. Und trotzdem zieht es immer wieder Menschen auf gefrorene Gewässer. Unterschätzt wird dabei die Einbruchgefahr. „Natürlich verleitet die Eisfläche dazu, darauf zu steigen“, sagt Peters-Dresen: „Doch für Laien ist die Gefahr dabei absolut nicht einschätzbar.“

So können beispielsweise Wasserpflanzen für verborgene Bruchstellen im Eis sorgen. Auch Tauwetter und Strömungen, die wärmer sind als das Umgebungswasser, können die Dicke des Eises an einzelnen Stellen verringern. „Besonders gefährlich ist es, wenn ein See einen Zu- oder Ablauf hat“, sagt Frank Nießen von der Mönchengladbacher Feuerwehr. „Denn während ein stehendes Gewässer schneller und relativ gleichmäßig zufrieren kann, sorgt beispielsweise eine Quelle dafür, dass das Wasser in Bewegung bleibt und die Eisdecke dünner ist.“ Vom Ufer aus seien die Strömungen jedoch nicht zu erkennen, warnt Nießen.

Und nicht immer wird nur auf dem Eis gelaufen: Die Kinder, die am Sonntag auf dem Geroweiher gespielt haben, haben etwa auch mit dicken Stöcken auf die Eisfläche geschlagen, während sie draufstanden. „Ein Passant hat mir erzählt, die Kinder seien sogar mit einem Einkaufswagen auf das Eis gefahren“, so Nießen. „Das ist höchstgefährlich.“