Keine Wiese für Hundeschule

Keine Wiese für Hundeschule

Daniela Schramm ist Hundetrainerin, gelernt hat sie bei Promi-Coach Martin Rütter. In Gladbach sucht sie eine Fläche — bisher erfolglos.

Mönchengladbach. Sie weiß, wie man mit Hunden umgeht. Gelernt hat Daniela Schramm beim wohl bekanntesten Hundetrainer Deutschlands, Martin Rütter. Seit fast zwei Jahren ist sie in Gladbach unterwegs, von Haustür zu Haustür trainiert sie Vierbeiner.

„Die mobile Hundeschule ist langsam nicht mehr tragbar, weil das Herumfahren viel Zeit in Anspruch nimmt und ich vielen Kunden deshalb schon absagen muss“, sagt die gelernte Pferdewirtin, die seit 2007 so genannter D.O.G.S.-Coach ist.

Viele Übungen kann sie nicht anbieten, weil sie Geräte dafür braucht, die sie im Auto nicht überall mit hin nehmen kann.

Deshalb sucht Daniela Schramm seit eineinhalb Jahren eine geeignete Freilauffläche, auf der sie ihre eigene Hundeschule eröffnen kann. „Leider ist das nicht so einfach“, muss die Trainerin mit Bedauern feststellen.

Bei der städtischen Entwicklungsgesellschaft EWMG hat sie nachgefragt, ob die Stadt noch Flächen hat, die sie pachten könnte. „Ein rigoroses Nein, es gibt keine freien Flächen, bekam ich zu hören“, erzählt die 33-Jährige. So recht glauben kann sie das nicht.

Auf Nachfrage bei der Stadt bestätigt man, dass es zurzeit keine Flächen zu verpachten gibt. „Viele freie Räume wurden schon zu öffentlichen Hundefreilaufflächen gemacht“, sagt Stadtsprecher Dirk Rütten und verweist die Hundetrainerin als Alternative auf eben diese Flächen.

Außerdem sehe man die Stadt nicht unbedingt in der Pflicht, solche freien Gelände für private Nutzer zu finden. „Landwirte verpachten häufig Acker für solche Zwecke“, rät der Stadtsprecher.

Das ist Daniela Schramm nicht neu. Tatsächlich hat sie bereits in viele Richtungen nach geeigneten Arealen für ihre Hundeschule geforscht. „Die öffentlichen Wiesen nutze ich bereits, aber optimal ist das nicht. Immer, wenn man versucht, den Hunden etwas beizubringen, läuft der Hund eines anderen Halters mitten durch die Übung.“

Rat und Hilfe bekommt sie bei der Hundelobby. „Flächen für gewerbliche Nutzung zu finden ist gar nicht so einfach, denn es gibt ja auch immer Nachbarn, die vielleicht eine Hundeschule nicht unbedingt in der Nähe wollen“, erklärt Gerd Gröne-Gormanns von der Lobby, die lange Zeit für die mittlerweile 17 öffentlichen Freilaufflächen gekämpft hat.

Dabei unterstreicht er gerade die Wichtigkeit von Hundeschulen, die den Vierbeiner das richtige Verhalten beibringen und somit für die Allgemeinheit nützlich sind. „Ich bin der Meinung, dass es noch genügend städtische Areale gibt, die zur Verfügung stehen und dafür ruhig freigegeben werden sollten“, sagt Gröne-Gormanns.

„Das Finden von Flächen fällt nicht in den Aufgabenbereich der Stadt“, sagt hingegen Dieter Breymann (CDU), stellvertretender Bezirksvorsteher Ost und Mitglied der Hundelobby.

Aber er kann die Sorge Daniela Schramms gut verstehen. „Die Aufgabe von Lokalpolitik ist es, einen Interessenausgleich zu schaffen. Ich denke, dass der Bedarf für Freilaufflächen noch nicht abgedeckt ist.“

Schramm hofft, dass sie bald einen Ort für ihre Hundeschule findet. „Ich habe auch schon eine Fläche ins Auge gefasst an den Holter Sportstätten, die perfekt wäre. Gute Anbindung, Strom und Wasser, Nähe zu meinem Wohnort. Aber leider ist sie nicht zu verpachten.“

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