Kampf gegen Energiearmut

Kampf gegen Energiearmut

Positive Zwischenbilanz beim Modellprojekt, an dem auch NEW und Verbraucherzentrale teilnehmen.

Mönchengladbach. Eine positive Zwischenbilanz des Modellprojekts „NRW bekämpft Energiearmut“ zogen Verbraucherzentrale und NEW zur Halbzeit. „Seit Anfang 2013 haben sich 164 Bürger in der Verbraucherzentrale beraten lassen. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nahmen 61 Bürger das Beratungsangebot wahr“, sagt Ursula Winbeck, Fachberaterin bei der Verbraucherzentrale.

Energiearmut bekämpfen und Versorgungssperren vermeiden — das ist das Ziel des Projektes, das vom NRW-Verbraucherschutzministerium, der Verbraucherzentrale NRW und regionalen Energieversorgern ins Leben gerufen wurde. Seit Januar 2013 unterstützt die NEW-Gruppe mit der hiesigen Verbraucherzentrale das Modellprojekt, das auf drei Jahre ausgelegt ist und vom Verbraucherschutzministerium mit rund 1,5 Millionen Euro subventioniert wird.

Die Versorger in den Modellkommunen beteiligen sich an den Kosten für die Beratungsangebote. Die NEW schießt dafür 30 000 Euro pro Jahr zu. Die Verbraucherzentrale bietet Sprechstunden an, in denen Bürger zu Existenzsicherung und Budgetverwaltung beraten werden. „Das Projekt zeigt positive Effekte. Wir werten es als Erfolg, dass die Bürger die Beratung zu einem frühen Zeitpunkt in Anspruch nehmen — und nicht erst dann, wenn bereits eine Versorgungssperre vorliegt“, sagt NEW-Vorstand Frank Kindervatter.

Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen haben sich bisher zum Thema „Vermeidung von Versorgungssperren“ beraten lassen. Fast die Hälfte der Betroffenen sind Single-Haushalte. 25 Prozent der Ratsuchenden lebten in Zwei-Personen-Haushalten — aber auch Haushalte mit Kindern waren betroffen. Mehr als die Hälfte der Verbraucher waren Hartz-IV-Empfänger. Die meisten Ratsuchenden kamen aus Mönchengladbach. „Kleine Hilfestellungen haben oft eine große Wirkung“, resümiert Winbeck.

Ergänzend zum Modellprojekt bietet Winbeck in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte eine offene Budgetberatung an. „Bei einem knappen Budget ist eine vorausschauende Haushaltsplanung unerlässlich“, sagt die Beraterin.

Auch die Themen Jugendarbeit und Prävention nähmen einen wichtigen Stellenwert ein. So waren die Projektinhalte Unterrichtsthema in den Abschlussklassen der Förderschule Wiedemannstraße. Dabei wurden die Schüler auf die Neuanmeldung beim Energieversorger, aber auch auf eine Planung der Energiekosten in der ersten eigenen Wohnung vorbereitet.

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