Jugendclubhaus Westend: „Hier ist immer jemand da“

Jugendclubhaus Westend: „Hier ist immer jemand da“

Aktuelle und ehemalige Besucher des Jugendclubhauses Westend feiern gemeinsam das 30-jährige Bestehen der Einrichtung.

Mönchengladbach. Selbstverständlich ist Michel Tabea da. Immerhin hat sie ein bisschen dazu beigetragen, dass an diesem Sonntag Geburtstag gefeiert wird: „Ich bin regelmäßig hier, seit ich acht bin“, erzählt die Zwölfjährige. Tanzen, Basteln, im Garten arbeiten, Ferienfreizeiten, Hausaufgabenbetreuung und natürlich die Disco am Freitagnachmittag. Michel zählt auf, warum sie regelmäßig ins Jugendclubhaus MG-Westend kommt. „Meine Oma und meine Mama sind nachmittags nicht da. Hier ist immer jemand da, der mir helfen kann“, sagt das Mädchen und macht sich mit zwei kleineren Kindern an jeder Hand auf zur Hüpfburg.

Die Hüpfburg ist an diesem Tag eine der Attraktionen im und um das Jugendclubhaus. Torwandschießen, Boxen, Sumoringen, Tanzen, Lila Lindwurm und viel Musik — die städtische Einrichtung im Ortsteil Westend feiert ihren 30. Geburtstag mit einer großen Party — und viele dürfen sich ein Stück vom Geburtstagskuchen abschneiden.

Am Eingang ist für alle Besucher der rote Teppich ausgerollt, und jeder darf sich in das Gästebuch eintragen. Dort sitzt auch Steffi Laumen und gibt Essensmarken aus: „Wir haben für die Feier frische Reibekuchen, Lauchsuppe und andere leckere Sachen selbst gemacht“, erzählt die ehrenamtliche Helferin im Kinderrestaurant Cantina Nest.

Das Jugendclubhaus sei nun mal seit seiner Gründung für die Stadt Mönchengladbach zu einem Modell „bürgerschaftlicher Initiative“ geworden, findet Günther Buhlmann, der daran nicht ganz unbeteiligt ist. 1971 brachte der damalige Jugenddezernent die Idee eines städtischen Einrichtung für die Jugendarbeit „gegen Widerstände“ auf den Weg. Denn sie war damals eher ungewöhnlich: „Bisher wurde meist mit freien Trägern gearbeitet. Jetzt musste die Stadt ran“, erzählt der Geburtstagsehrengast. Vor allem der Arbeit des Fördervereins und Mariana Breihofer, seit 30 Jahren Leiterin des Hauses, sei es zu verdanken, dass daraus eine „Erfolgsgeschichte“ wurde, meint Buhlmann.

Die vielen kleinen Nutzer sehen das ebenso. Mitarbeiterin Renate Bongartz-Thyssen drückt jedem Kind eine Rose in die Hand: „Das soll eine Überraschung für Frau Breihofer sein“, verrät sie. Die Leiterin nimmt die Geschenke gerührt entgegen und verteilt sie gleich weiter an ihre Unterstützer. „Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt Kevin Frey. Die Honorarkraft hilft unter anderem bei der Hausaufgabenbetreuung im Jugendclubhaus mit: „Das ist nicht immer einfach, aber es macht Spaß, die Kinder zu motivieren“, erzählt der 19-Jährige. Als Schüler kam er selber regelmäßig zum Essen und Hausaufgaben machen. Damit ist Kevin seit 14 Jahren Teil derer, die 30 Jahre lebendiges Miteinander im Jugendclubhaus Westend möglich gemacht haben.

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