Jecken schunkeln mit der Sonne

Jecken schunkeln mit der Sonne

Prächtige Stimmung, bestes Wetter beim Veilchendienstagszug- mehr als 350 000 Menschen feierten.

Wenn keiner allein ist, wenn die Narren zu zweit, zu dritt, oder im Rudel unterwegs sind, dann ist die Parole „Immer zu zweit — Halt Pohl und All Rheydt“ angekommen. Wenn dann auch noch die Sonne vom azurblauen Himmel strahlt, dann wird getanzt und geschunkelt, was das Zeug hält — lange, bevor sich der Veilchendienstagszug in Bewegung setzt. Früh waren die Straßen gesäumt von bunten Jecken, aus geöffneten Fenstern schallte Musik. Mit leichter Verspätung startete der Zug an der Lüpertzender Straße.

Foto: Bauch (3)/Ilgner (2)

Prinzessin Niersia Verena und die Kinderprinzessin Annika I. nutzten die Wartezeit, um ihr Make up noch ein wenig aufzufrischen. Glitter ins Gesicht — fertig. Um 13.25 Uhr ging’s dann wirklich los. Das große und das kleine Prinzenpaar standen auf dem Hofgefährt und nahmen den kompletten Zug ab. Es flogen Kamelle und freundliche Grüße hin und her. Die Majestäten wurden gebührend geehrt, und sie dankten es mit großem Charme und offensichtlicher Freude. „Danke, ihr habt uns eine tolle Session geschenkt! Ihr seid super“, riefen Prinz und Prinzessin ein ums andere Mal ins Mikro. Das Motto „Immer zu zweit — Halt Pohl und All Rheydt“ war tatsächlich gut gewählt — und wurde super umgesetzt. Vor allem die Fußgruppen reagierten auf die Parole. Mehrfach gab es „Frühstück zu zweit“, deftig mit Spiegeleiern und Speck oder auch als süße Konfitüren-Truppe. Die Musikgruppen heizten den Narren ein. Die Crazy Trumpets hatten großen Spaß, mit ihren Instrumenten ihr „Ratatata“ in den blauen Himmel zu schmettern. Choco Branco, hoch auf ihrem Wagen, waren wie immer — super. Die Musik ging in die Beine, die Massen gerieten unweigerlich in Bewegung. Zügig zog der Zug, Wagen um Wagen, Gruppe um Gruppe passierte das Hofgefährt. Das schloss sich dem närrischen Zoch an, und dann ging es weiter — fünfeinhalb Kilometer — durch die Stadt. Ein wirklich schöner Veilchendienstagszug. Insgesamt waren 4177 Personen aus 34 Karnevalsgesellschaften in 55 Fußgruppen, in 26 Tanz- und Funkengarden, auf 70 Festwagen, 80 Traktoren, mit 38 Bagagewagen, vier Reitergruppen und zwei Kutschen und mit 29 Musikkapellen im närrischen Zug unterwegs.

Foto: Bauch (3)/Ilgner (2)

Aus Sicht der Polizei verlief der Veilchensdienstagszug mit rund 350 000 Besuchern ruhig. Viele Narren bedankten sich bei den Polizisten mit „Schön, dass ihr da seid!“. Es gab einige Körperverletzungsdelikte. Unter anderem erlitt ein Mann durch einen Flaschenwurf eine Platzwunde, zwei Frauen gerieten sich nach Beleidigungen in die Haare, und an der Bismarckstraße/Ecke Hindenburgstraße gab es eine Rangelei, in die Zivilpolizisten einschritten und zwei Personen in Gewahrsam nahmen. Das Ordnungsamt musste 61 Fahrzeuge abschleppen lassen.

Foto: Bauch (3)/Ilgner (2)
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