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Hochwasser legt Brückenbau lahm

Hochwasser legt Brückenbau lahm

Der Neubau der Niersbrücke an der Ritterstraße ist für mehrere Wochen blockiert.

Hochwasser — das gibt’s am Rhein, an der Mosel und an anderen großen Flüssen. Aber doch nicht an der Niers. Irrtum! Auch der Wasserstand des Flüßchens auf Mönchengladbacher Gebiet lag in den vergangenen Wochen deutlich höher. Und das hat unter anderem dazu geführt, dass die Arbeiten an einem der wichtigsten Brückenbauwerke für mehrere Wochen blockiert ist: der Neubau der Niersbrücke an der Ritterstraße.

Seit den Weihnachtstagen ward lange Zeit kein Arbeiter mehr gesichtet, und dies sorgte für irritierte Rückfragen: Ist die Baufirma pleite? Wird das Projekt verschoben? Nein, es geht alles einen weitgehend normalen Gang, und es wird weiterhin mit einer Fertigstellung im Herbst dieses Jahres gerechnet. Allerdings musste die Baufirma ihre Kräfte zwischenzeitlich abziehen, weil es nicht möglich ist, die Brücke derzeit normal zu gründen. Und daran ist das Hochwasser schuld, weil die Ausschachtungsarbeiten nur mit einem technisch deutlich aufwendigeren Verfahren möglich sind. Dies aber kann die Stadt derzeit nicht in Auftrag geben, weil sie dies mit dem Niersverband und mit der Bezirksregierung abstimmen muss. Das soll zeitnah passieren.

Seit August vergangenen Jahres laufen die Arbeiten für die neue Straßenbrücke. Sie ist für die Umsetzung des Lkw-Routenkonzepts dringend erforderlich. „Die schon seit Jahren gewichtsbeschränkte Brücke wird durch ein neues Bauwerk ersetzt, das den heutigen und auch den zukünftigen Anforderungen an eine moderne Infrastruktur entspricht“, sagt der Technische Beigeordnete Gregor Bonin. Mit dem Neubau soll außerdem die Querung der Ritterstraße für den parallel zur Niers verlaufenden Niers-Radwanderweg verbessert werden. Dazu wird der Straßenquerschnitt im Bauwerksbereich um bis zu 3,50 Meter aufgeweitet. Zwischen den Fahrspuren entsteht eine Mittelinsel.

Das Brückenbauwerk ist mit rund 1,25 Millionen Euro veranschlagt. Die Errichtung erfolgt zur Aufrechthaltung des Verkehrs auf der Ritterstraße in zwei großen Bauabschnitten. Hierzu wird der Brücken-Überbau entlang der Mittelachse durch einen Sägeschnitt getrennt. Anschließend wird zuerst der südliche Teil abgebrochen und erneuert, dann der nördliche Teil. Der Verkehr soll während der Bauzeit über die jeweils verbleibende Fahrspur geführt werden.

Ab September vergangenen Jahres musste die Ritterstraße für rund vier Wochen in diesem Bereich komplett gesperrt werden. Der Grund: Für die Gründung des Bauwerks sind Großbohrpfähle notwendig. Diese Vollsperrung konnte im Oktober aufgehoben werden. Seitdem lenkt eine Baustellenampel lenkt hier den Verkehr.