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Grundschul-Lehrer aus Mönchengladbach mit Coronavirus infiziert

Schüler und Lehrer müssen zu Hause bleiben : Grundschullehrer an Virus erkrankt

Das Corona-Virus hat Mönchengladbach erreicht. Bei einem Lehrer hat sich der Verdacht bestätigt.

Mönchengladbach hat den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem Corona-Virus im Stadtgebiet: Der Lehrer der katholischen Grundschule in Holt, bei dessen im Kreis Heinsberg lebendem Bruder bereits eine Infektion festgestellt worden war, hat sich ebenfalls mit dem Virus infiziert. Das hat sich nach Angaben der Stadt am Samstag bestätigt. Die Schule bleibt vorerst bis 15. März geschlossen. Die Eltern wurden nach Angaben des Stadtsprechers Wolfgang Speen am Samstag informiert.

Zuvor war der Stab für außergewöhnliche Ereignisse zusammengekommen, um die aktuelle Lage zu analysieren und über Maßnahmen zu beraten. Dem Stab gehören Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Ordnungs- und Schuldezernat, Gesundheits- und Ordnungsamt sowie Vertreter der Feuerwehr an. Auch die kassenärztliche Vereinigung war dabei.

Folgende Maßnahmen hat der Stab festgelegt:

– Die Grundschule Holt bleibt bis 15. März geschlossen.

– Die etwa 70 Schüler der dritten Klassen sowie das 30-köpfige Lehrerkollegium und das übrige Personal der Schule bleiben in häuslicher Quarantäne.

– Alle anderen Schüler haben schulfrei.

– Der Teilstandort Günhoven wird vorsorglich ebenfalls bis 15. März geschlossen, obwohl das Risiko einer Infizierung dort sehr gering sei.

– Geschwister der betroffenen Schüler können weiterhin andere Schulen oder Kindergärten besuchen. Deren Eltern stehen ebenfalls nicht unter Quarantäne.

– Sollten Symptome beim
beobachteten Kind auftreten, werden Eltern gebeten, den Kinderarzt oder den kinderärztlichen Notdienst unter Telefon 02166/39436990 zu kontaktieren.

Quarantäne nur für Grundschüler sorgte für Irritationen

Dass Geschwister und Eltern der unter Quarantäne gestellten Kinder nicht ebenfalls zu Hause bleiben müssen, hat in den sozialen Netzwerken für Irritationen gesorgt. „Wir kommen jetzt in eine Phase, in der wir nicht jeden Kontakt bis in die letzte Verästelung nachhalten können“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen. Sollten bei einem Kind in Quarantäne Symptome auftreten – laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung etwa Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber – gelte es, umgehend zu handeln.

Speen macht noch einmal eine Regel deutlich: Wer mit einer infizierten Person mehr als 15 Minuten von Angesicht zu Angesicht in Kontakt gestanden habe, sollte sich selbst in häusliche Quarantäne begeben und Kontakt zum Hausarzt aufnehmen, um sich testen zu lassen. „In allererster Linie gilt es, die Hygieneregeln einzuhalten und nicht in Panik zu verfallen“, sagt Speen. Im Schreiben an die Eltern hatte die Stadt betont, dass es sich laut Experten bei der durch das Corona-Virus ausgelösten Krankheit um eine Erkrankung handle, die zwar unangenehm, aber nur in seltenen Fällen lebensbedrohlich sei. Gefährlicher als eine „kontrollierte“ Ausbreitung des Virus dürfte eine Lähmung des öffentlichen Lebens, insbesondere des Gesundheitssystems, aus panischem und übertriebenem Aktionismus sein.

Zu zwei weiteren Fällen mit Bezug zu Mönchengladbach, die am Freitag bestätigt worden waren, gibt es laut dem Stadtsprecher noch keine neuen Erkenntnisse. Eine Ärztin im Praktischen Jahr im Elisabeth-Krankenhaus war positiv getestet worden, soll sich jedoch außerhalb der Klinik angesteckt haben. Die Frau lebt im Kreis Heinsberg, wo sie aktuell in häuslicher Quarantäne ist. Sie hatte am „Eli“ zwar keinen Kontakt zu Patienten, aber zu neun Kollegen. Auch sie wurden vorsorglich in Quarantäne geschickt. Ob sie infiziert ist, steht noch nicht fest. Bei einer aus dem Kreis Heinsberg stammenden Patientin im Bethesda Krankenhaus war eine Infektion bestätigt worden. Zwei Kontaktpersonen wurden getestet. Ergebnisse liegen laut Speen noch nicht vor. Auch im Fall des bereits am Mittwoch positiv getesteten Arztes der Maria Hilf Kliniken steht noch nicht fest, ob er einen seiner 20 Kollegen, mit denen er Kontakt hatte, infiziert hat.

15 Patienten, die der Arzt nach seiner Ansteckung am Rosenmontag noch behandelt hatte, wurden im Krankenhaus unter Quarantäne gestellt. Tests ergaben allerdings, dass sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert hatten.