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Grüne Welle dank Autofahrern

Grüne Welle dank Autofahrern

Sie halfen mit überlieferten Daten, den Verkehrsfluss zu verbessern.

Die Kreuzung Gladbacher Straße/Dahlener Heide ist eine sehr besondere. Sie hat sich nämlich beispielhaft für viele andere in der Stadt verändert, ohne dass dies groß sichtbar ist: Die Ampelschaltung ist seit einiger Zeit so optimiert, dass die vielen Autofahrer auf der Gladbacher Straße seltener „Rot“ sehen und halten müssen. Möglich gemacht hat das ein Projekt, für das Mönchengladbach in diesen Tagen bundesweit gelobt wird.

Im vergangenen Jahr haben 150 Gladbacher Autofahrer über zweimal vier Wochen sämtliche ihrer Fahrten mit einem kleinen Gerät namens „OBD-Adapter“ im Auto aufgezeichnet und auf das Internetportal „Envirocar“ hochgeladen. Dadurch sammelten die Verkehrsplaner der Verwaltung 9300 Fahrten mit insgesamt rund 2,25 Millionen Datensätzen. Und die haben den Planern wesentlich dabei geholfen, den Verkehr in der Stadt zu optimieren, die Güte von Grünen Wellen zu verbessern — was wiederum direkte Auswirkungen auf die Schadstoffbelastungen hat. Die genauen Ergebnisse werden in der nächsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses den Politikern vorgestellt.

In den vergangenen Wochen wurden etwa 30 Kontaktschleifen repariert, die die Ampelschaltungen falsch beeinflusst haben. Insgesamt gibt es in der Stadt etwa 2400 davon und rund 260 Ampelanlagen. „Wir haben die Schleifen darauf eingestellt zu erkennen, ob ein Auto wirklich ,Grün’ braucht, oder ob der Impuls nur von einem abbiegenden Auto ausgelöst worden ist“, sagt Ralf Klöpper, bei der Stadt der zuständige Abteilungsleiter für Verkehrs- und Kommunikationstechnik. Außerdem erkennt die Stadt jetzt besser, wann wie viel Verkehr unterwegs ist. Ab einer bestimmten Auslastung zu Stoßzeiten funktioniert das Konzept der „Grünen Welle“ nicht mehr. „Dann geht es in der Ampelschaltung darum, die Leistung eines Knotenpunktes zu maximieren“, sagt Klöpper.

Der Technische Beigeordnete Gregor Bonin zieht aus dem Projekt folgende Schlüsse: „Erstens lohnt es sich, solche Dinge mit der Bürgerschaft und ihrem Wissen anzugehen, statt alles über Verbote zu regeln.“ Zweitens seien zwar für die Zukunft viele Maßnahmen mit Blick auf E-Mobilität und Radverkehr in Planung, aber die jetzt gewonnenen Erkenntnisse ermöglichten Sofortmaßnahmen ohne hohe Kosten. Das Projekt ist für den Deutschen Ingenieurspreis Straße und Verkehr in der Kategorie Innovation nominiert. Der Preis wird am 22. September verliehen.