Großprojekt/Haus Westland: Es tut sich was

Großprojekt/Haus Westland: Es tut sich was

Stadt und Eigentümer reden wieder. Besitzwechsel sei „Quatsch“.

Mönchengladbach. In die festgefahrenen Gespräche um den Dauerbrenner Haus Westland kommt Bewegung. Jetzt wollen Vertreter des britischen Eigentümers Numisma, der Stadtspitze und der Politik wieder über eine Neunutzung des Alt-Komplexes gegenüber dem Hauptbahnhof reden. Numisma will investieren, wenn die Stadt als Langzeitmieter (Mitarbeiter-Büros, großer Bürgerservice) einsteigt.

Burkhard Schleckenrieder (München) ist im Auftrag des Numisma-Fonds als Projektentwickler für das Wahrzeichen aus den 50er-Jahren tätig. Er sagt der WZ: "Die Berichterstattung der vergangenen Monate hat Haus Westland geschadet. Wir sind sehr an einem konstruktiven Miteinander interessiert."

Da könne und werde der Mietpreis nicht der entscheidende Faktor sein. Vielmehr müsse auch die Politik daran interessiert sein, dass es an diesem Punkt städtebaulich vorangeht. Sonst drohe die untere Hindenburgstraße, die für viel Geld neu gestaltet wurde, weiter "abzusterben". Gemeint: noch mehr Leerstände an Ladenlokalen usw.

Schleckenrieder (Büro Refta, Real Estate Finance & Transaction Advisory) betont, er strebe eine Lösung an, die städtebaulich wie wirtschaftlich für beide Seiten (Numisma/Stadt) gut sei.

Zu Äußerungen aus der Politik, Haus Westland werde den Besitzer wechseln und in deutsche Hände gehen, sagt Schleckenrieder wörtlich: "Das ist Quatsch."

Vor Wochen war eine nichtöffentliche Runde Refta/Stadt ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Danach hatten Politiker erklärt, die Mietpreisvorstellungen der Numisma seien zu hoch.

Die Tür zwischen Stadt und Investor sei aber längst nicht zugeschlagen, sagten Teilnehmer später. Sie sagten auch: Bis zum Sommer - und den haben wir jetzt - müsse allerdings klar sein, ob die Stadt mit Büros ins Stadtmitte-Wahrzeichen zieht oder "ob das leidige Thema dann endgültig tot ist".

OB Norbert Bude (SPD) äußerte sich zurückhaltend. Nach wie vor gelte der Stadtratsbeschluss, dass die Stadt mit Büros in ein neues Haus Westland zurückkehrt. Er persönlich wünsche sich hier aus Gründen des Städtebaus eine positive Entwicklung.

Zuletzt schlug Numisma für Haus Westland das vor: Komplettabriss, Neubau in zwei Abschnitten mit acht bis neun Geschossen, viele Büros, umfangreiche Einzelhandelsflächen (auch im Untergeschoss), kein Parkhaus mehr hinter Haus Westland an der Stadtautobahn verlängerte Steinmetzstraße. Angeblich will man 47 Millionen Euro investieren - wenn die Stadt Büros und Bürgerservice im neuen Gebäude einrichte. Gedacht sei hier an 12100 Quadratmeter mit einer Mietlaufzeit von 15 bis 20 Jahren.

Derzeit sind die Stadtmitarbeiter, die aus Westland zogen, in Büros an Flieth- und Voltastraße untergebracht.

Bude muss bald ein Raumkonzept für die Stadtverwaltung vorlegen, mit dem Ziel, die Kosten zu senken. Haus Westland spielt dabei eine zentrale Standortrolle. Noch.

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