Gladbacher Brüder entwickeln Energy-Drink

Gladbacher Brüder entwickeln Energy-Drink

Nun suchen Simon und Johannes Meures Investoren für ihr Fruchtpulver-Getränk Nagura.

Mönchengladbach. An acht Bildschirmen hat Simon Meures gearbeitet, als er noch Wertpapierhändler für eine Düsseldorfer Investmentbank war — ein Job, dem nachgesagt wird, mit hohem Konsum an Kaffee und Energy-Drinks einherzugehen. Jetzt sind es nur noch zwei Bildschirme. Denn Energy-Drinks stellt der Mönchengladbacher nun selbst her. Mit seinem Bruder Johannes brachte er das Produkt Nagura auf den Markt.

„Die Abkürzung steht für natürliches Guarana“, sagt Meures. Den Bio-Energy-Drink bietet seine Düsseldorfer Meures Invention GmbH nicht in flüssiger Form, sondern als Pulver an — das gab es bereits von anderen Herstellern. „Aber noch nicht auf Basis von Fruchtpulver“, sagt Meures. „Unser ursprünglicher Gedanke war, einen Saft mit Koffein zu machen. Jetzt sind wir beim Energy-Drink angekommen, der aber nicht wie aufgelöste Gummibärchen schmeckt.“

Hergestellt werde das Pulver, das es in 20-Gramm-Beuteln zu kaufen gibt, aus gefriergetrockneten Früchten aus biologischem Anbau sowie Guarana-Pulver — vegan und ohne weiteren Zuckerzusatz. „Indem das Obst gefriergetrocknet und zu Fruchtpulver zermahlen wird, werden chemische Prozesse unterbunden, so dass flüchtige Inhaltsstoffe des Frischobstes länger erhalten bleiben“, sagt Meures. Zudem werde der verwendete Koffeintyp aus der Guarana-Frucht nach und nach freigesetzt — „der belebende Effekt hält also viel länger vor.“

In Wasser aufgelöst, wird aus dem Pulver Fruchtfleisch. So könne man Smoothies, Eis oder Cocktails damit herstellen sowie Desserts und Müslis damit verfeinern. In erster Linie richte es sich aber an Sportler aus dem Wander- und Trekking-Bereich. „Die Beutel passen in jede Hosentasche“, sagt Meures. „Der Wegfall von Flüssigkeit und Dosen oder Flaschen verringert das Gewicht um 90 Prozent. Das ermöglicht einen effizienten und umweltschonenenden Transport.“

Bisher gibt es Nagura in der Geschmacksrichtung Orange-Ananas, in Kürze soll Erdbeer-Limette hinzukommen. Weitere Geschmacksrichtungen habe man in petto, zudem Ideen für ein weiteres Produkt im Getränkebereich. Dafür wird noch ein strategischer Investor gesucht, ein Crowdfunding-Video geht diese Woche auf der Plattform Startnext online. Bisher machen die Brüder alles alleine — indem sie Lebensmittelmärkte abfahren. In Edeka- und Rewe-Märkten in Mönchengladbach gibt es das Produkt bereits. Der Düsseldorfer und Kölner Raum sollen folgen. Am vergangenen Freitag stellte Simon Meures den Drink im Edeka-Markt im Nordpark Kunden vor. Über die Internetseite (www.nagura.de) wurden bereits 300 Päckchen verkauft.

Doch der Weg dorthin war steinig: Vor einem Jahr hatten die Brüder es mit einem anderen Markennamen versucht. „Das ging acht Wochen gut“, sagt Simon Meures. Dann beschwerte sich ein italienischer Pastahersteller, der eine Namensgleichheit zu sehen glaubte. Meures’ Anwälte rieten von einem Prozess ab. Dann wurde monatelang an den Rezepten und der Rieselfähigkeit herumgetüftelt. Jetzt sind die ersten 10.000 Beutel produziert. Zwei Euro kostet einer, „aber die Preisfindung läuft noch“.

Den Erfindergeist hat Simon Meures, der mit seinem Bruder in Kothausen aufgewachsen ist, nicht erst als Investmentbanker entwickelt. „Ich habe als Kind schon Seifenkisten gebastelt, war immer sehr technikaffin, habe bei Elektro Löb auch eine Ausbildung als Automatisierungselektroniker gemacht.“ Den Traum, sich mit einem Produkt selbstständig zu machen, habe er lange. In einem Jahr, so hoffen die Brüder, werden sie deutschlandweit vertreten sein.

Mehr von Westdeutsche Zeitung