Gegendemo als Lichtfest

Protest: Bündnis setzt Zeichen gegen Nazi-Veranstaltung.

Mönchengladbach. Sie haben Laternen, Kerzen oder Lampen mitgebracht. Das Leuchten der kleinen tanzenden Lichtpunkte soll Zeichen für Weihnachten als das christliche Lichtfest sein. Ein wenig wärmen die kleinen Flammen auch die frierenden Finger. Gegen eisige Füße und kalte Nasen helfen Glühwein und heißer Kakao, die der Veranstalter organisiert hat.

Rund 60 Teilnehmer sind trotz Schnee und Kälte zur Friedensveranstaltung auf den Eickener Markt gekommen. Gemeinsam singen sie festliche Weihnachtslieder und kämpferische Protest-Songs. Egal, ob die Demonstranten „Süßer die Glocken nie klingen“ oder „Blowing in the wind“ anstimmen. Allen geht es darum, „den Rechtsextremisten nicht das Feld zu überlassen“. „Besonders an einem so sensiblen Ort wie Eicken“, betont Ferdinand Hoeren vom Gladbacher Bündnis „Aufstehen! — Für Menschenwürde — gegen Rechtsextremismus“.

Innerhalb von 14 Tagen stellte die Kooperation aus 40 Organisationen — vom Volksverein und Eine-Welt-Forum über alle demokratischen Parteien bis zum Integrationsrat und dem VfL — die Gegendemo auf die Beine.

Kurzfristig war bekannt geworden, dass NDP-Ratsherr Manfred Frentzen eine Veranstaltung der Germanisch-Mythologischen Glaubensgemeinschaft Rheinland angemeldet hatte. Deren Teilnehmer trafen sich zeitgleich zur Demo des Bündnisses auf der Krall’schen Wiese.

Das Feiern der Wintersonnwende und das Berufen auf die germanische Mythologie sei eine alte Nazi-Tradition, sagt Bündnismitglied Hoeren in seiner Rede. Damit zeigten die Veranstalter ihre rechte Gesinnung und menschenverachtende Einstellung. Weihnachten sei jedoch ein christliches Fest der Liebe und Toleranz und nicht der Ausgrenzung, so Hoeren: „Gegen ihren Antisemitismus, Chauvinismus, Sozialdarwinismus und Ausländerfeindlichkeit setzen wir Freiheit, Frieden, Demokratie und Rechtstaatlichkeit“.

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