„Friederike“ hinterlässt Verwüstung

„Friederike“ hinterlässt Verwüstung

Mehr als 500 Einsätze gab es für Feuerwehr und Polizei. Eine Frau wurde leicht verletzt.

Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von 90 bis 130 Kilometern pro Stunde haben auch in Mönchengladbach für zahlreiche Schäden gesorgt. Bis zum Nachmittag war die Feuerwehr 283-mal ausgerückt, die Polizei zählte 268 Einsätze. Orkantief Friederike knickte Bäume und Ampelmasten, riss Fassadenteile ab, ließ Dachziegel herabstürzen und fegte Mülleimer durch die Straßen. Eine 55-jährige Frau wurde leicht verletzt. Sie war in ihrem Auto auf der Straße Am Ringofen unterwegs, als ein Baum auf das Fahrzeug stürzte. Ihre Beifahrerin (30) blieb unverletzt. Wie die Polizei mitteilte, konnten sich beide Frauen selbst aus dem Wagen befreien.

Foto: Polizei/jüngermann/Titz

Viele Straßen mussten wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. An der Kaldenkirchener Straße war ein Baum auf die Fußgängerbrücke gestürzt. Der Verkehr musste aus Sicherheitsgründen umgeleitet werden, was für ein Verkehrschaos in Neuwerk sorgte. Sperrungen gab es auch im Volksgarten und auf der B 57 und im Volksgarten. In allen Fällen waren Bäume auf die Fahrbahn gekippt. An einem Hochhaus an der Memelstraße drohte sich das Dach zu lösen, an der Straße Grüner Winkel stürzte ein Baum in ein Haus, und auf der Beckrather Straße wurde durch den Sturm ein Toilettenhäuschen auf ein Auto geweht.

Die Schulleitungen wurden gebeten, bis zur Beruhigung der Situation Grundschulkinder in den Klassen zu lassen, um einen gefahrlosen Heimweg zu ermöglichen. In mehreren weiterführenden Schulen fiel der Unterricht komplett aus. „Die Schulverwaltung stand im engen Kontakt zur Feuerwehr und informierte fortlaufend die Schulen“, teilte Stadtsprecher Wolfgang Speen mit. Nach den Entwarnungen bildeten Eltern von vielen Grundschülern Telefonketten, damit die Kinder sicher nach Hause gebracht werden konnten.

Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt alle Außensportanlagen bis einschließlich Sonntag gesperrt, weil Bäume auf Anlagen stürzten oder umzustürzen drohen. „Die Sperrung ist zur Beseitigung der Schäden und Kontrolle der Bäume notwendig“, teilte die Stadt mit. In Mitleidenschaft gezogen wurden durch den Orkan auch Park- und Grünanlagen. Die Mags sperrte aus Sicherheitsgründen den Hans-Jonas-Park, den Schmölderpark und die Grünanlage am Badhotel in Odenkirchen mit Flatterband ab. Die Anlagen dürfen vorerst nicht betreten werden. Auch auf dem Gelände des Polizeipräsidiums an der Theodor-Heuss-Straße fiel ein schwerer Zedernast auf ein Gebäude. Herbeigerufene Sachverständige entschieden, sechs alte und marode Zedern auf dem Gelände sofort zu fällen. Wie viele Bäume im Stadtgebiet „Friederike“ insgesamt zum Opfer fielen, steht derzeit noch nicht fest. Die Arbeiten werden auch in den kommenden Tagen noch andauern. Das Orkantief führte auch zu zahlreichen Anrufen beim Kommunalen Ordnungsdienst, bei dem ebenfalls viele Notrufe wegen sturmbedingter Gefahrenstellen eingingen. Hierbei handelte es sich unter anderem um Hinweise auf ungesicherte Pkw-Anhänger, umgestürzte Bauzäune sowie umherfliegende Verkehrsschilder.

Wegen der hohen Einsatzlage war die Spätschicht des Ordnungsdienstes zur Unterstützung der Frühschicht zwei Stunden eher zum Dienst gerufen und die Leitstelle personell verstärkt worden. Insgesamt 18 Gefahrenstellen wurden von den Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes angefahren und beseitigt. Laut Stadtsprecher waren drei Ausfälle an Ampelanlagen durch verdrehte Peitschen und gerissene Kabel, die nach 30 Minuten durch von der Stadt beauftragte Firmen wieder in Betrieb genommen werden konnten, zu verzeichnen.

Die Berufsfeuerwehr war mit 30 Kräften im Einsatz, alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr waren aktiviert worden. Sie verstärkten die Helfer mit 200 Kräften. Unterstützung gab es auch von den Hilfsorganisationen, die mit 20 Helfern kamen.