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Festival: Horst feiert mit vielen Bands

Festival: Horst feiert mit vielen Bands

Der Aufbau hat begonnen. Bis zu 18 000 Zuschauer können zum Fünfjährigen hinter den Gladbacher Hauptbahnhof kommen.

Mönchengladbach. Horst wird fünf. Wäre er ein Junge, hätte er jetzt sein letztes Kindergartenjahr vor sich. Doch dieser Horst ist kein Mensch, sondern ein Festival. Seit der „Geburt“ 2009 steigt es jedes Jahr unter diesem Namen in der Gladbacher Innenstadt. Am Freitag ist es wieder so weit: Dann beginnt das Live-Programm hinter dem Hauptbahnhof. Drei Tage lang wird gefeiert — bei voraussichtlich hohen Temperaturen.

„Wir sind schon mitten im Aufbau“, sagt Silke Müller vom Organisationsteam. Insgesamt sind rund 300 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Die Technik kommt aus der Nachbarschaft: „Wir arbeiten mit der Firma Media Spectrum aus Willich zusammen“, berichtet Müller.

Horst hat sich etwas verändert, denn die Hauptbühne, genannt „Da vorne“, auf dem Gelände am Platz der Republik steht nun auf der Grünfläche. Das Kulturzelt ist auf dem Park+Ride-Platz zu finden. Weiterhin gibt es die zweite Bühne „Da hinten“. Zwei Eingänge sollen für einen möglichst reibungslosen Zuschauerfluss sorgen: Zwischen Vitusbad und Mediamarkt stehen die Kassen; an der Güterstraße kommen nur Leute rein, die schon ein Ticket haben.

Auch in Sachen Tickets und Preise gibt es (erneut) Änderungen: Mit dem Angebot eines „Familientags“ ist der Sonntag wieder kostenlos. Im vergangenen Jahr war erstmals Eintritt an allen drei Festivaltagen erhoben worden. Ursprünglich hatte das Motto „Umsonst & Draußen“ gelautet.

Der Spielplan umfasst an die 40 Bands und ein breites musikalisches Spektrum. Hier nur drei Beispiele: Am ersten Tag stehen „Die Orsons“ abends auf der Hauptbühne. Die Veranstalter beschreiben die Hip-Hopper mit Blick auf prominente Kollegen als „die fantastischeren Vier“ und „die fetteren Brote“. Im vergangenen Jahr kam das dritte Album und brachte die Band mit Wurzeln in Süddeutschland zur ersten große Headliner Tour.

Am Samstagnachmittag gibt es heimatliche Klänge mit „Supermutant“. Die vier jungen Männer aus Mönchengladbach und Umland geben Indie-Kost zum Besten. Sie waren schon im ersten Horst-Jahr dabei.

Aus dem hohen Norden kommt „Disco Ensemble“ an den Niederrhein: Die Finnen haben sich einen gewissen Bekanntheitsgrad in der internationalen Musikszene erspielt. Nach Touren mit „Linkin Park“ und „Madsen“, und diversen Festivalgigs kam im Frühjahr das fünfte Album heraus. Nach Angaben der Horst-Macher ist Til Schweiger ein „glühender Fan“ der Band und entschloss sich spontan, die neue Single „Second Soul“ in der Fortsetzung seines Kinofilms „Kokowääh 2“ zu platzieren.

Größer, professioneller, teurer: Der organisierende Verein, der sich die Musik- und Kulturförderung auf die Fahnen geschrieben hat, geht in diesem Jahr von Kosten in Höhe von etwa 220 000 Euro aus. Als einer der Gründe für diesen Horst-Rekord wird ein verändertes Sicherheitskonzept genannt.

Kamen im ersten Jahr 4000 Besucher zum Festival, waren es 2012 bereits 17 000. Das Maximum liegt bei 18 000. Wer weiß, vielleicht erreicht Horst diese Zahl ja noch vor Erreichen des Grundschulalters.