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EWMG: FDP sagt Nein – Abrahams verzichtet

EWMG: FDP sagt Nein – Abrahams verzichtet

Stadtfirma: In letzter Minute ist die Wahl des Geschäftsführers geplatzt.

Mönchengladbach. Dicke Überraschung um die Neubesetzung der Chefstelle bei der Stadtentwicklungsgesellschaft EWMG. Weil die FDP nach dem WZ-Bericht vom Dienstag kalte Füße bekam, lehnten die Liberalen die vorher mit der CDU besprochene Wahl des Krefelder Stadtkämmerers Manfred Abrahams (49, CDU) zum Nachfolger des Ende 2008 in Pension gehenden Manfred Nieland ab.

Abrahams, strammer Christdemokrat mit Wohnadresse Neuwerk, zog daraufhin Konsequenzen. Er verzichtete auf seine Bewerbung. Nur die Stimmen der CDU - das hätte nicht gereicht. Die Kür Abrahams zum EWMG-Boss ab 2009 stand auf Punkt vier der Tagesordnung der Sondersitzung des EWMG-Aufsichtsrates. Punkt vier wurde gestrichen.

Vertreter der Opposition hatten im Vorfeld erklärt, sie würden Abrahams nicht wählen. Der war vom Gesellschafter, vom Personalberater PWC/Wibera und von Nieland wärmstens als einziger Kandidat empfohlen worden.

Dass Opposition und in letzter Minute auch die FDP Abrahams ablehnten, hat weniger mit dessen fachlicher Kompetenz zu tun. Teilnehmer der Sitzung berichten, für die FDP sei der 49-jährige Beamte zu teuer geworden.

Hintergrund: Um in die freie Wirtschaft wechseln zu können, hätte Abrahams als Beamter aufhören müssen. Das hätte bedeutet: Die EWMG hätte die über die vielen Beamtenjahre angesparten Pensionsbezüge Abrahams ebenso übernehmen müssen wie dessen von dem 49-Jährigen ausdrücklich verlangten Ruhegelder für den Fall, dass er als EWMG-Chef nach Jahren geschasst worden wäre.

Insider sprechen von "gut einer Million Euro" Anwartschaften Abrahams. Das hätte dazu geführt, dass er ein Jahresgehalt von rund 350 000 Euro bezogen hätte.

Gerade um diesen Millionenbetrag und das damit verbundene hohe Manager-Salär hatten die Polit-Partner CDU und FDP heftig gestritten. Zuletzt sah es aber nach einer Einigung aus, die jedoch nicht hielt.

Die Beteiligten - auch Abrahams - wollten sich offiziell zu dem Vorgang nicht äußern. Die Zusammenarbeit von CDU und FDP gilt jetzt als schwer belastet, hieß es vor allem bei der CDU.

Wer neuer EWMG-Chef wird, ist nun wieder offen.