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Endlich das perfekte weiche Ei im Altenheim

Endlich das perfekte weiche Ei im Altenheim

Bisher war es aus Angst vor Salmonellen verboten: Ein neues Verfahren ermöglicht aber nun doch Rühr- und Vier-Minuten-Eier für die Senioren in den städtischen Einrichtungen.

Mönchengladbach. Oskar Schlorke strahlt über das ganze Gesicht. "Das ist ein Fortschritt, der sich gelohnt hat. Jetzt schmecken die Frühstückseier wieder", stellt der ältere Herr, der im städtischen Altenheim in Rheindahlen lebt, mit großer Zufriedenheit fest. Ein neues Verfahren macht möglich, dass auch in Altenheimen Eier wieder weich gekocht serviert werden dürfen.

Jahrelang verhinderten gesetzliche Vorschriften zum Schutz der Gesundheit der älteren Bewohner, dass Eier anders als steinhart gekocht auf den Tisch von Altenheimen kamen. So sollte die Salmonellengefahr gebannt werden. Das hatte zur Folge, dass die Eier den Bewohner meist nicht schmeckten. "Sie waren immer hart und kalt", moniert Oskar Schlorke.

Damit ist jetzt Schluss: Durch ein patentiertes Verfahren, das Polluxieren, werden die rohen Eier keimfrei. In einem backofenähnlichen Gerät werden die Eier 50 Minuten lang "beschwadet", das heißt: heißem Dampf ausgesetzt. Dabei werden alle Keime abgetötet, das Ei bleibt roh.

Das Ganze passiert in der Zentralküche der städtischen Sozial-Holding an der August-Monforts-Straße. Und die polluxierten Eier werden dann an die städtischen Altenheime geliefert und können nach Wunsch der Bewohner zubereitet werden, egal, ob Rühr-, Spiegelei oder außen hart und innen noch flüssig.

16.000 Euro hat sich die städtische Sozial-Holding das Polluxiergerät kosten lassen, mit dem jetzt tausend Eier pro Woche keimfrei gedampft werden. "Ein nach Wunsch gekochtes Frühstücksei ist nicht das Wichtigste auf der Welt, aber es trägt doch sehr zur Zufriedenheit unserer Bewohner bei", sagt Helmut Wallrafen-Dreissow, Geschäftsführer der Sozial-Holding.