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Elisabeth-Krankenhaus: Schwerstarbeit für neue Station

Elisabeth-Krankenhaus: Schwerstarbeit für neue Station

Für den Neubau der Geriatrie des Elisabeth-Krankenhauses werden bis zu 22 Tonnen schwere Elemente geliefert.

Mönchengladbach. Für einen Stau haben sie offenbar nicht gesorgt. Die Rede ist von den Sondertransporten, die über Nacht die ersten Module für den Neubau der Geriatrie an den städtischen Kliniken des Elisabeth-Krankenhauses in Rheydt lieferten. „Die Transporter sind nur 4,50 Meter breit und können überholt werden, wenn ein Meter in die Standspur ragt“, erklärt Uwe Schlink, Projektleiter bei der Firma Alho aus dem 150 Kilometer entfernten Morsbach im Oberbergischen Kreis. „Nur an Baustellen geht das nicht.“

Seit Dezember wurden in Morsbach die quaderförmigen Elemente mit bis zu 16 Metern Länge und einem Gewicht von neun bis 22 Tonnen vorgefertigt, während in Rheydt schon die Erdarbeiten liefen und die Fundamente für das dreigeschossige Gebäude gegossen wurden.

„Bis dahin musste die Planung komplett stehen“, sagt Dr. Thomas Jaeger, Chefarzt der Geriatrie am Elisabeth-Krankenhaus. „Sogar die Farbe und die Beschaffenheit der Fußböden standen im Dezember schon fest.“ In den Entscheidungsprozess wurden auch die Mitarbeiter der Geriatrie einbezogen.

Für sie bedeutet der Umzug zwar einen Abschied vom Hardert Wald, in dem manche von ihnen 30 Jahre lang beschäftigt waren. „Aber es war schwierig, dort unter diesen Bedingungen tätig zu sein“, sagt Horst Imdahl, Geschäftsführer des Elisabeth-Krankenhauses.

Die neue Station wird nur noch Ein- und Zweibettzimmer haben und barrierefrei sein. Die Zimmer haben eine Größe von 25 Quadratmetern, „so dass die Mitarbeiter an beide Seiten der Betten treten können“, sagt Pflegedirektorin Beate Welsch.

50 der in Morsbach gefertigten Module werden in den nächsten sechs Tagen am Krankenhaus von einem 600 Tonnen schweren Kran von den Transportern gehoben und genau nach Plan aneinander gesetzt. Handwerker vor Ort schweißen die Stahlskelettrahmen zusammen.

Die Nähte verschwinden später unter dem Estrich und den Decken, die erst vor Ort gefertigt werden. Die Wände stehen bereits, in ihnen verlegt sind die Leitungen für Elektrik, Wasser und Heizung, die Halterungen für die Heizkörper oder Waschtische sind bereits vorhanden. „Wir fertigen in Trockenbauweise“, sagt Schlink.

„Weil wir so viele Dinge parallel fertigen lassen können, sind wir so schnell“, sagt Gerd Reifenrath, Vertriebsleiter der Baufirma. Im März werden weitere 47 Module geliefert, Anfang Juni wird die Geriatrie mit 80 Betten und 120 Mitarbeitern von der Hardter Waldklinik hierher umziehen, denn am 26. Juni soll das denkmalgeschützte Gebäude im Nordwesten der Stadt an den Käufer — die Eifelhöhen-Klinik — übergeben weden, die es zu einer Reha-Klinik umbauen will.

„Der 26. Juni war die Dead-Line“, begründet Imdahl die Eile. „Sonst wäre der Kaufvertrag am 11. Oktober nicht unterschrieben worden.“ Ganze 24 Wochen stehen für den Bau der Geriatrie zur Verfügung, der ohne Einrichtung 9,5 Millionen Euro kosten wird. „Das ist nicht günstiger als Massivbauweise“, sagt Reifenrrath. Doch wegen der kürzeren Bauzeit sind die Finanzierungskosten günstiger, so dass die Kosten gleich bleiben.