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Diebstahl im Krankenhaus: Baby da, Handy weg

Diebstahl im Krankenhaus: Baby da, Handy weg

Kurz nach der Geburt des Sohnes wurden dem Ehepaar Meyer in der Neuwerker Klinik Handy und Eheringe gestohlen.

„Da verliert man doch den Glauben an die Menschheit“, sagt Markus Meyer. Dem 34-jährigen Gladbacher wurden am Dienstag nur wenige Stunden nach dem Geburt seines Sohnes im Krankenhaus Neuwerk sein Diensthandy, 50 Euro aus der Geldbörse sowie die Eheringe gestohlen. Meyer schob seine Frau im Rollstuhl aus dem Familienzimmer hinaus in ein anderes Zimmer, um dort den Sohn zu versorgen. Als beide nur 20 Minuten später zurück in ihr Zimmer kamen, rief seine Mutter an: „Markus, die Polizei war gerade hier. Die haben dir deine Geldbörse gebracht.“ Meyer schaute sofort in die Taschen seiner Hose, die er am Tag der Geburt seines Sohnes trug. Sie lag auf einem Stuhl. Und dann der Schock: Alles weg.

Diebstahl im Krankenhaus: Baby da, Handy weg
Foto: Goettert/Meyer

Die Geldbörse wurde laut Polizei auf dem Gehweg vor dem Krankenhaus zusammen mit zwei weiteren Brieftaschen gefunden. Zwei weitere Anzeigen wegen Diebstahls aus dem Krankenhaus sind bei den Beamten eingegangen. „Bei einer Anzeige wurde jedoch die Geldbörse nicht gefunden“, sagte eine Polizeisprecherin.

MarkusMeyer, Geschädigter

Immer wieder werden Patienten in Krankenhäusern bestohlen. Allein bis zum 20. September gingen bei der Polizei in Gladbach 77 Anzeigen in diesem Jahr ein - betroffen waren davon alle Krankenhäuser in der Stadt. In ganz NRW ist die Zahl der Diebstähle in Krankenhäusern seit 2011 um rund 30 Prozent gestiegen.

Eine Sprecherin des Krankenhaus Neuwerk teilte mit, dass auf allen Zimmern Safes zur Verfügung stünden, in denen Patienten ihre Wertsachen verstauen können. Markus Meyer hatte das am Tag der Geburt seines Sohnes versäumt und ärgert sich nun darüber. „Aber da denkt man in dem Moment nicht drüber nach. Da waren wir mit den Gedanken woanders“, sagt er. Die Eheringe habe er schnell in seinem Portemonnaie verstaut, da bei dem Kaiserschnitt seiner Frau kein Schmuck getragen werden durfte. Die Sprecherin des Krankenhauses bedauert den Verlust der Familie, betont jedoch: „Bei Krankenhäusern handelt es sich um einen öffentlichen Raum, da stehen die Häuser nicht in der Verantwortung.“ Dennoch sei das Krankenhaus gegen den Diebstahl von Wertgegenständen versichert und man habe sich bereits mit dem Ehepaar Meyer in Verbindung gesetzt. Viel Hoffnung, dass die Ringe wieder auftauchen, hat Meyer nicht. „Aber ich will, dass die Menschen dafür sensibilisiert werden, dass man nicht einmal im Krankenhaus vor so etwas sicher ist“, sagt er.