Die Rettung der Schriefersmühle

Die Rettung der Schriefersmühle

Ein Förderverein will das markante Wahrzeichen zwischen Rheindahlen und Erkelenz vor dem Verfall schützen.

Mönchengladbach. Alle Rheindahlener kennen die Schriefersmühle. Geschichten und Erinnerungen ranken sich um das 1747 entstandene Gebäude. Doch die Mühle, die seit mehr als 250 Jahren an der Straße zwischen Rheindahlen und Erkelenz steht, wird es nicht mehr lange geben, wenn nicht schleunigst etwas getan wird. Sie droht endgültig zu verfallen. Aber in letzter Minute naht Rettung.

Ein Förderverein hat sich gegründet und will noch vor dem nächsten Winter mit den notwendigen Sanierungsmaßnahmen beginnen. Engagierte Bürger haben sich in einem Verein organisiert, der inzwischen als gemeinnützig anerkannt ist. Geschäftsführer ist Ferdinand Schmitz, erfahren in der Sanierung von Mühlen und Mitglied im Rheinischen Mühlenverband. „Gladbach war einmal eine Mühlenstadt“, erläutert er. „26 Wassermühlen und 13 Windmühlen gab es im Stadtgebiet. Die Schriefersmühle ist eine der wenigen Windmühlen, die noch erhalten ist.“ Fuhrwerke konnten in die Mühle hineinfahren, wurden von oben mit Mehl beladen und verließen das Gebäude wieder auf der gegenüberliegenden Seite.

Die Schriefersmühle ist eine Holländer-Turmwindmühle, bei der die Kappe drehbar war, um die Flügel nach dem Wind ausrichten zu können — die damals modernste Form der Windmühle. Doch Zeit, Wetter und mangelnde Pflege haben ihr übel mitgespielt: das Mauerwerk hat Löcher, Steine fallen heraus, der Mühlenberg wird von einer einsturzgefährdeten Mauer gestützt.

„Die Mühle ist in einem erbarmungswürdigen Zustand“, findet Michael Schmitz, Vorsitzender des Vereins und im Hauptberuf Sozialdezernent der Stadt. 80 000 Euro wird es kosten, die Bausubstanz zu erhalten. Damit wird das Mauerwerk saniert, die Wände zum Schutz weiß eingeschlemmt und es werden Fenster und Türen eingesetzt. Diese Arbeiten sollen möglichst noch bis November in Auftrag gegeben werden. In einem zweiten Schritt sollen Außenanlagen und Innenausbau angegangen werden. Schließlich sollen eine neue Kappe und Flügel die Windmühle wieder zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen werden lassen. Doch erst einmal muss Geld her — zwar wurden bereits Anträge gestellt, aber ohne private Spender und engagierte Bürger geht es nicht.

Deshalb geht der Verein jetzt an die Öffentlichkeit: am Dienstag, 20. September, 19.30 Uhr, wird in der AWO-Begegnungsstätte, Helenastraße 3, in Rheindahlen das Projekt vorgestellt und um Unterstützung geworben. Zwei Vorträge zur Geschichte und Bedeutung der Schriefers- und der Gladbacher Mühlen führen in das Thema ein. Ab diesem Zeitpunkt ist auch die Homepage freigeschaltet. Die Mitgliedschaft im Verein kostet 36 Euro im Jahr.

Mehr von Westdeutsche Zeitung