Die CDU will sich bessern

Die CDU will sich bessern

Parteitag: Krings ist der neue Vorsitzende. Er will sich die Loyalität der Bürger erarbeiten, wie er sagt.

Mönchengladbach. Die CDU will aus ihren Fehlern lernen. Sie sei nach wie vor die einzige Volkspartei in Gladbach und werde durch eine "neue Geschlossenheit" auch wieder mehr Bürger überzeugen. Mit ihnen zu reden und für sie zu arbeiten, das müsse oberstes Ziel sein. Worte, die die meisten der 248 Delegierten des Parteitages in der KFH nach Wahldebakeln und Betrugsskandal in der Parteibuchhaltung wohl gerne hörten. Und die vom scheidenden Parteichef Norbert Post (57) ebenso ausgesprochen wurden wie vom neuen Vorsitzenden Günter Krings (40).

Der Bundestagsabgeordnete ("Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr in der CDU") war der einzige Bewerber. Das Wahlergebnis ließ selbst Krings erblassen: Er bekam von 248 möglichen 240 Ja-Stimmen (97 Prozent). Krings ist einer der jüngsten Parteichefs.

Post, der seinen Verzicht frühzeitig angekündigt hatte, sprach von zurückliegenden stürmischen Zeiten in der CDU. Und die "Sturmschäden" habe es bei Wahlen gegeben. Am schlimmsten sei der Streit in Partei und Fraktion gewesen, gefolgt von Zögerlichkeit und mangelnder Geschlossenheit. Indirekt kritisierte er den Ex-CDU-Fraktionschef Rolf Besten. Mit neuer Einigkeit und Geschlossenheit sei man auf einem guten Weg, das habe das positive MG-Ergebnis der Landtagswahl gezeigt.

Post wie Krings kritisierten OB Norbert Bude (SPD) ebenso massiv wie die Ampel-Koalitionäre: Das Ganze sei ein "Verkehrsunfall". Mit Bude und Ampel würde Gladbach unter seinen Verhältnissen regiert.

Mit Krings, sagt der 40-Jährige jedenfalls, soll ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Die Loyalität der Bürger müsse man sich erarbeiten.

Die Unterschlagungen einer Partei-Buchhalterin mit einem Schaden von rund 250000 Euro hat die CDU - noch etwa 2000 Mitglieder - finanziell offenbar weggesteckt. Wenngleich die Prüfungen nicht ganz abgeschlossen seien. Schatzmeister Fred Hendricks nannte zwar für 2009 einen Verlust in Höhe von 50 000 Euro, der werde aber durch ausstehende Zahlungen von Mandatsträgern ausgeglichen.

Wie Sauerbier bot er den Delegierten eine Eigentumswohnung an. Sie gehörte der Buchhalterin und fiel der Partei bei der Nachlassregelung zu. Die "gut zugeschnittene Wohnung" in Neuwerk soll 40 000 Euro bringen, die Verkaufsbemühungen eines Maklers waren bislang erfolglos.

Hendricks war 20 Jahre Kassenwart, für ihn wurde Dieter Breymann gewählt (171-mal Ja, 74,6 Prozent). Bis auf Manuela Luhnen (128; 53,3 Prozent) wurden Frank Boss (139; 57,9 Prozent), Detlef Irmen (197; 82 Prozent) und Wolfgang Wolff (191; 79,6 Prozent) neue Stellvertreter Krings’. Zum geschäftsführenden Vorstand gehören auch Petra Heinen-Dauber (162; 70,1 Prozent) und Andreas Kowaleswski (190-mal Ja, 82 Prozent).

Die Delegierten forderten die Beibehaltung aller Bezirksverwaltungstellen, zudem sollen finanzschwache Kommunen wie Gladbach von Millionen-Zahlungen an den Fonds Deutsche Einheit verschont werden.

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