Derby: Nur eine Festnahme

Derby: Nur eine Festnahme

Bilanz: Die Polizei rechtfertigt das Großaufgebot mit rund 1500 Beamten. Kaum Schäden.

Mönchengladbach. "Der große Kräfteeinsatz war gerechtfertigt". Das sagt Ulrich Fomferra nach der sportlichen Null-Nummer den Kritikern, die den massivsten Polizeieinsatz seit es in Gladbach Erstliga-Fußball gibt als übertrieben darstellen. Die bisherige Bilanz scheint für den Polizeidirektor und Einsatzleiter des rheinischen Derbys zu sprechen.

Laut Polizei wurde exakt ein Gladbacher "Fan" festgenommen - wegen versuchter Körperverletzung. "Unter 20 Personen" - die genaue Zahl sagt die Polizei trotz Anfrage nicht - gingen in Gewahrsam. Sie saßen für Stunden in der Polizeizelle und konnten gehen, als das Frust-Spiel im Borussia-Park abgepfiffen wurde.

Die Polizei spricht jetzt von rund 1500 Beamten. Sie sorgten von 7 bis 21.30 Uhr dafür, dass es vor und nach der Partie kaum zu Krawallen kam. Danach, zur 3. Halbzeit u.a. in der Altstadt, waren andere Ordnungshüter im Einsatz.

Mehrere Polizei-Hundertschaften traten ebenso entschlossen auf wie die Beamten aus Bonn, Aachen, Krefeld, Köln, Gladbach usw. Zwei Wasserwerfer fuhren im Stadionbereich vor, blieben aber "trocken". Bedienstete der Landes-/Bundespolizei gehörten ebenfalls zum Aufgebot, ebenso wie zwei Hubschrauber der NRW- und Bundespolizei. Sie lieferten gestochene Bilder an Einsatzstellen. Zum Beispiel über die Bus-Shuttle-Verkehre vom Rheydter Hauptbahnhof zum Borussia-Park. So waren die Beamten stets im Bilde und konnten bei Bedarf rasch agieren. Polizeisprecher Peter Spiertz: "Wir haben nichts zugelassen."

Laut Spiertz gab es keine Einsätze infolge Alkohols. Nicht nur im/am Borussia-Park und rund um die Hauptbahnhöfe Stadtmitte bzw. Rheydt galt "Kein Alkohol". Am Samstag von 8 bis 20 Uhr auch in allen Nahverkehrszügen Köln-Düsseldorf-Gladbach. Darauf achtete die Bundespolizei.

Ja, aber sie hielten sich diesmal im Rahmen. Busbetreiber NVV AG meldet lediglich vier kaputte Scheiben und einen zerschnittenen Bussitz.

Offiziell macht die Polizei dazu keine Angaben. Die Kosten zu ermitteln, das sei schwierig, heißt es. Insider sprechen von 500 bis 700.000 Euro Gesamt-Kosten. Die meisten Polizisten erhalten für die Derby-Überstunden einiges an Freizeit-Ausgleich.