Der blonde Bariton in der blauen Kirche

Der blonde Bariton in der blauen Kirche

In Rheydt sang Heino vor ausverkauftem Haus Mozart, aber auch das Schwalbenlied.

Mönchengladbach. Auf den Altar sind Scheinwerfer gerichtet. In ihrem Licht warten Franz Lamberts elektronische Orgel und die Mikrofone für den Gitarristen Werner Hucks sowie das Gloria Gesangsquartett auf ihren Einsatz. Der Adventskranz wurde für diesen Abend durch rote Rosen ersetzt. Da das Konzert Karfreitag im MDR-Fernsehen ausgestrahlt werde, passe kein Weihnachtsschmuck wird dem Publikum später erklärt. Noch ist die Kirche St. Marien leer. Doch schon bald werden 900 Zuschauer, vor allem ältere Menschen, dicht gedrängt im Gotteshaus in Rheydt sitzen.

Lange bevor die ersten Töne erklingen, kündigt sich der Ausverkauf durch eine schier endlos lange Menschenschlange vor dem Eingang an: „Wir waren schon bei seinem Konzert in Höfen in der Eifel“, erklärt eine Frau aus Erkelenz, die einen Platz in der Kirche gefunden hat, und ihre Begleiterin sagt: „Ich wäre heute auch bei Eis und Schnee gekommen“.

Und dann erscheint er: blonde Haare, dunkle Sonnenbrille und die wohlbekannte Baritonstimme. Alle Köpfe wenden sich nach hinten, und Heino kommt aus dem Dunkeln der Kirche durch die Zuschauerreihen nach vorn auf die Bühne.

Diese ist in blaues Licht getaucht, das glanzvoll-feierlich von den weißen Wänden der Kirche wiederstrahlt: „Genau der richtige Ort für das Konzert“, flüstert ein Zuschauer andächtig, als Heino mit kraftvoller Stimme Gottes Schöpfung preist.

In Rheydt fand am Sonntagabend das letzte festliche Kirchenkonzerts der Tournee statt. An diesem Abend präsentiert sich der bekannte Schlagersänger mit einem Repertoire, das vom klassischen Mozartstück bis zum volkstümlichen Lied reicht: „Ich möchte Gott dafür danken, dass er mir bis heute meine Liebe zur Musik erhalten hat“, sagt Heino zum Anlass seiner Tour „durch die schönsten Kirchen“. Und später fügt er hinzu: „Gott hat mir meine Stimme zum Geschenk gemacht, deshalb will ich seine Himmel rühmen“.

Er habe immer versucht, das deutsche Volkslied zu erhalten, erklärt Heino seinem Publikum, und das liebt ihn dafür. Viele Zuschauer singen beim „Schwalbenlied“ mit. Den tosenden Beifall nimmt der Sänger mit weit geöffneten Armen entgegen.