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Dem Handwerk fehlen Auszubildende

Dem Handwerk fehlen Auszubildende

Bis zu 30 Prozent der Stellen sind in einigen Berufen nicht besetzt.

Mönchengladbach. „Die Handwerksberufe tauchen im Bewusstsein vieler Jugendlicher als Alternative nicht auf“, bedauert Wolfgang Sander, stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. So werden einige Bereiche von akuten Nachwuchsproblemen geplagt: Bei den Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, den Elektronikern und den Kfz-Mechatronikern bleiben bis zu 30 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt.

Allerdings ist die Situation je nach Berufsfeld unterschiedlich. Manchmal sind es Image-Probleme, die zu Nachwuchsmangel führen, wie bei den Installateuren. Sie heißen jetzt Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Das Image ist besser. Trotzdem fehlen wohl noch Azubis.

Bei den Mechatronikern dagegen gibt es genügend Bewerber, die aber oft nicht über ausreichende Qualifikationen verfügen. „Der Beruf hat hohe theoretische Anforderungen“, so Sander. „Aber ein guter Hauptschüler kann die Ausbildung durchaus erfolgreich absolvieren.“

Einige Berufe erfreuen sich auch großer Beliebtheit, vorne weg der des Tischlers. „Den erlernen viele Abiturienten, die später Architektur studieren.“ Immer beliebter werden duale Studiengänge, die Studium und Berufsausbildung kombinieren. Eine Vielzahl bietet die Hochschule Niederrhein. In Köln gibt es ein Pilotprojekt mit Dreifachqualifikation, also Gesellen-, Meisterprüfung und Hochschulabschluss.

Um mehr junge Leute fürs Handwerk zu begeistern, hat die Kreishandwerkerschaft, der 3400 Betriebe in Gladbach angehören, eine Reihe von Aktionen gestartet: Die Meister gehen in die Schulen oder präsentieren beim Girls’ Day auch den Mädchen Handwerk als Alternative.

„Der Kfz-Mechatroniker beispielsweise hat nur noch wenig mit ölverschmiertem Blaumann zu tun“, sagt Sander. Der Beruf sei für Mädchen mit Sicherheit interessant. Ganz direkt sollen Azubis bei der Börse „Das Handwerk stellt sich vor“ am 19. Mai im Berufsinformationszentrum angeworben werden. Und beim Speed-Dating im Haus Erholung am 29. Juni werden 15 Betriebe präsentiert, die kurzfristig Azubis einstellen.