Das Streusalz geht zur Neige

Das Streusalz geht zur Neige

Die GEM bekommt für ihren Winterdienst keine Lieferungen mehr. Weil es kaum noch Vorräte gibt, sollen nur noch Hauptverkehrsachsen gestreut werden.

Mönchengladbach. Jetzt trifft es auch Mönchengladbach: Nachdem in den vergangenen Tagen bereits in anderen Städten in NRW die Vorräte an Streusalz auf ein Minimum gesunken sind, ist nun bei der GEM ebenfalls die Salz-Not ausgebrochen. Das hat zur Folge, das trotz glatter Straßen nur noch die wichtigsten Verkehrsadern gestreut werden können. Dazu hat die Stadt eine Liste mit 50 Straßen erstellt, die eine solche Priorität genießen.

Die Wege, die in diesem so genannten "Sonderräumplan" nicht auftauchen, werden von den Winterdiensten nicht mehr angefahren. "Wir raten zu besonnenem Fahrverhalten, um Unfälle zu vermeiden", sagt ein Polizeisprecher angesichts der misslichen Lage.

Grund für die Salz-Knappheit ist der ungewöhnlich hartnäckige Winter. Darauf waren die GEM - ähnlich wie Winterdienste in anderen Kommunen - nicht vorbereitet. "Bis zum jetzigen Zeitpunkt musste eine deutlich größere Fläche erheblich häufiger mit Salz abgestreut werden", heißt es dort.

Das Problem: Will die GEM ihre Salzbestände aufstocken, ist sie auf den Import von externen Lieferanten angewiesen. Dort wurde jedoch angesichts des landesweiten Salz-Mangels verfügt, dass die Lieferungen an die Winterdienste der Kommunen vorübergehend eingestellt werden sollen.

Dagegen sollen nur noch Autobahnen und Bundesstraßen Salzmengen erhalten - ihnen ist in der angespannten Situation eine höhere Priorität zugewiesen worden. Bei der GEM klagt man nun: "Unsere langjährigen Rahmenverträge mit den Lieferanten werden zurzeit nicht erfüllt." GEM-Betriebsleiter Wilfried Theißen sagt: "So etwas habe ich in meiner 30-jährigen Laufbahn noch nicht erlebt."

Demgegenüber heißt es bei der Autobahnmeisterei, dass derzeit die Streupläne noch eingehalten werden können. "Alles funktioniert wie gehabt", meldete eine Mitarbeiter. Wie lange das noch gut geht, ist jedoch fraglich. Denn die GEM ließ in einer Mitteilung durchsickern, dass "selbst auf Autobahnen mit dem kostbaren Streugut sorgsam umgegangen werden muss". Angeblich kursieren Überlegungen, jeweils nur noch eine Fahrbahn zu streuen, um den Vorrat über einen längeren Zeitraum strecken zu können.

Die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes bereiten unterdessen Sorgen. So wird für das kommende Wochenende mit starken Schneefällen und für die nächsten Wochen mit einer langwierige Frostperiode gerechnet. Wenn sich dadurch die Vorräte weiter verringern, müssen die übrig gebliebenen Salzmengen womöglich auf noch weniger Straßen verteilt werden.

Von dem Streu-Stopp nicht betroffen sind übrigens Dienstleistungen, die die GEM im Privatauftrag für Hauseigentümer übernimmt. Für diese Art des Winterdienstes reicht nämlich Granulat. Von dieser Substanz, deren Wirkung für eisglatte öffentliche Straßen nicht ausreicht, ist derzeit noch genug da.

Mehr von Westdeutsche Zeitung