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Corona in Mönchengladbach: Sieben-Tage-Wert sinkt am Donnerstag, 12. November

Corona-Zahlen in Mönchengladbach (Donnerstag, 12. November) : Corona-Welle in Pflegeheimen

In 15 Pflegeeinrichtungen sind in den vergangenen Tagen Corona-Fälle aufgetreten. Allerdings sind nicht überall Bewohner infiziert.

 Das Coronavirus breitet sich in stationären Pflegeeinrichtungen in Mönchengladbach aus. Am Donnerstag waren insgesamt 15 Pflegeeinrichtungen betroffen, teilte die Stadt mit. Das ist fast die Hälfte aller Pflegeheime in der Stadt. Insgesamt wurden bis Donnerstagmittag 35 Bewohner und 37 Beschäftigte positiv getestet. Hinzu kommen in der ambulanten Pflege acht positive Fälle unter Pflegebedürftigen und drei bei Mitarbeitern. Und in Tagespflegen lagen am Donnerstag zwölf positive Tests von Pflegebedürftigen vor und einer bei einem Mitarbeiter. 

Eine Tagespflege, in der es unter den Patienten gleich mehrere Positivfälle gegeben habe, bleibe vorsorglich bis nächste Woche geschlossen, sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. Die andere habe geöffnet. „Seit einer Woche treten vermehrt Corona-Fälle in Pflegeeinrichtungen auf“, bestätigt er.

Bei der Sozial-Holding etwa ist das Altenheim Windberg betroffen. Seit dem Verdachtsfall am Dienstag dürfen die Bewohner dort nicht mehr besucht werden. In dem Heim hat es einen Eintrag durch einen Beschäftigten gegeben. Daraufhin wurden Bewohner und Mitarbeiter per Schnelltest überprüft. Bei insgesamt sechs Bewohnern und einem weiteren Mitarbeiter schlug der Test an. Der folgende Labortest bestätigte die Befunde, wie Sozial-Holding-Geschäftsführer Helmut Wallrafen bestätigte.

Weitere Häuser der Sozial-Holding waren bis Donnerstag nicht betroffen. Dennoch entschloss sich die Stadttochter dazu, die Quarantäne-Station im Kamillusheim wieder einzurichten. Die infizierten Bewohner sollten bis zum Abend dort untergebracht werden. Anschließend durchlaufen alle Bewohner und Mitarbeiter im Heim zwei weitere Testrunden. Gibt es keinen weiteren positiven Befund, soll das Haus wieder für Besucher geöffnet werden, sagt Wallrafen.

Der Chef der Sozial-Holding betont: „Jeder, der ins Haus kommt, muss getestet werden.“ Seit einiger Zeit sind bei der Sozial-Holding auch die Schnelltests im Einsatz. Dabei handelt es sich um so genannte Antigentests, bei denen ein Ergebnis innerhalb von 15 Minuten vorliegt. Wallrafen fordert: „Alle, die ein Heim betreten, müssen so getestet werden.“ So klar sind die Vorgaben der Bundesregierung nämlich nicht. In der Testverordnung ist etwa von
20 Tests pro Bewohner und Monat die Rede, die einer Pflegeeinrichtung zustehen und deren Kosten erstattet werden. Wallrafen fordert auch die Testpflicht für Besucher, dann bräuchten die Heime aber mehr Schnelltests als bisher.

Bei der Diakonie hat es seit Beginn der Pandemie keine Infektionen unter Bewohnern gegeben, lediglich unter Mitarbeitern – ohne Eintrag in die drei Pflegeeinrichtungen. Seit Mittwoch sind die Schnelltests da, „und zwar in ausreichender Menge“, sagt Diakonie-Chef Heinz Herbert Paulus. „Wir schulen jetzt unser Personal und testen dann Bewohner, Mitarbeiter und Besucher.“ Nur wer einen negativen Test vorweise, dürfe auch ins Haus.

Im Haus am Buchenhain, in dem es in mehreren Bereichen positive Tests gegeben hat, werden die Antigentests seit Montag eingesetzt. „Wir haben in Abstimmung mit der Heimaufsicht und dem Gesundheitsamt für Besucher geschlossen, weil wir es sonst nicht verantworten können“, sagt Leiterin Beate Wittland. Die drei Wohnbereiche sind voneinander abgeschottet. Unter den bis Donnerstag positiv auf Covid-19 getesteten Bewohnern habe es bis zu dem Zeitpunkt keine schlimmen Symptome gegeben.

„Von Seiten des Gesundheitsamts oder des Fachbereichs Altenhilfe als WTG-Behörde (früher Heimaufsicht) ist keine Einrichtung geschlossen worden“, sagt Stadtsprecher Rütten. Ein ganzes Haus zu schließen, sei nur als Ausnahme möglich. Grund sei eine Vorgabe des Landes, die der gesellschaftlichen Teilhabe und den sozialen Kontakten von Bewohnern einen hohen Rang einräume.

Von den vier Einrichtungen des Caritasverbands in der Region Mönchengladbach gab es in zwei Einrichtungen positive Coronatests. „In Neuwerk ist eine Bewohnerin positiv getestet worden und noch in Zimmerquarantäne, doch wir gehen davon aus, dass sie diese bald wieder verlassen kann“, sagt Georg Caristasverbands-Sprecher Maria Balsen.

Deutlich schlimmer hat es das Caritas-Zentrum in Holt getroffen. „Insgesamt 21 Bewohner und zehn Mitarbeitende sind positiv getestet worden“, sagt Balsen. Drei dieser Bewohner seien inzwischen verstorben. „Wir sind sehr traurig und mit den Gedanken bei den Angehörigen“, betont er. Eine Bewohnerin werde noch im Krankenhaus behandelt. „Die anderen Bewohner sind in einem Quarantäne-Isolier-Bereich in der Einrichtungen, aber es geht ihnen den Umständen entsprechend gut“, sagt Balsen.

„Wir haben die Einrichtung in Holt für Besucher geschlossen“, sagt der Sprecher. „Ein Besuch ist nur in absoluten Ausnahmefällen nach Absprache möglich.“ Wer das Haus betrete, werde mit einem Schnelltest überprüft. Davon seien auch ausreichend vorhanden.

Die Infektionen in der ganzen Stadt sind am Donnerstag auf 539 gesunken, darunter sind 30 Neuinfektionen. In Quarantäne befanden sich laut Stadt
1070 Menschen, davon 63 im Krankenhaus. Laut Intensivregister wurden 22 auf der Intensivstation behandelt, davon 13 unter Beatmung. 16 Intensivplätze sind noch frei. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf 150,2 gesunken.

(RP/are)