Caritas sieht „guten Weg“

Caritas sieht „guten Weg“

Betreuung: Nach Vorwürfen von Pflegefehlern präsentiert der Verband in Giesenkirchen eine neue Leitung.

Mönchengladbach. Im Sommer hatte ein Pflegeskandal die Caritas in Mönchengladbach erschüttert: Bewohner der Einrichtungen in Hehnerholt und Giesenkirchen sollten nicht ordnungsgemäß versorgt worden sein. Die Polizei kam zur Razzia, die Staatsanwaltschaft ermittelt noch.

In der Folge mussten der Caritas-Geschäftsführer Otto Nieswand und die Pflegedienstleiterin Petra Broekmann ihren Hut nehmen. Der Ruf der Caritas-Einrichtungen hat massiv gelitten.

Nun präsentieren der ehrenamtliche Vorstand und der kommissarische Geschäftsführer Aloys Bushuven ihre Lösung des Problems. "Bisher gab es für die vier Häuser in Mönchengladbach eine Leitung", sagt Vorstandsmitglied Christoph Habrich. "Jetzt wurde in jedem Haus eine Einrichtungsleitung und eine Pflegeleitung eingezogen." Den Häusern wieder "ein Gesicht geben", nennt Habrich diese Maßnahme.

Außerdem würden keine Fremdfirmen mehr beauftragt. Man greift für alle Aufgaben auf eigene Mitarbeiter zurück. In der Einrichtung in Giesenkirchen haben mit Adrianna Domogalla und Ingo Rollmann zwei neue Mitarbeiter die Einrichtungs- beziehungsweise Pflegedienstleitung übernommen. Obwohl erst kurz im Dienst, würden sie von allen Seiten gelobt. Man finde jetzt immer ein offenes Ohr, meinen Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter unisono.

Trotzdem sind die Probleme nicht vollständig vom Tisch. Das Caritaszentrum in Giesenkirchen hat weiterhin die Auflagen der städtischen Heimaufsicht zu erfüllen. Das heißt unter anderem, dass derzeit nur Bewohner mit Pflegestufe 1, also der kleinsten, aufgenommen werden dürfen, und das auch nur nach individueller Prüfung durch die Heimaufsicht.

Zur Zeit sind acht Plätze in der Einrichtung an der Konstantinstraße nicht besetzt. Doch mit den neu geregelten Verantwortlichkeiten sieht sich die Caritas auf einem guten Weg.

Auch um die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter will sich der Vorstand verstärkt kümmern. "Es gab bereits ein sehr offenes Gespräch zwischen Vorstand und Mitarbeitervertretung", sagt Habrich. "Einen solchen Austausch soll es auch weiterhin geben."

Außerdem sind die vier Gladbacher Einrichtungen der Caritas aufgefordert, vernetzt zu arbeiten und beispielsweise ein einheitliches Vorgehen bei der Dienstplanung zu entwickeln. Gegenwärtig sucht die Caritas noch einen neuen hauptamtlichen Geschäftsführer. Bushuven, eigentlich Fachbereichsleiter Soziale Dienste, hat den Posten nur kommissarisch übernommen. "Es gibt viele hochqualifizierte Bewerber", sagt Christoph Habrich.

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