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Buntes Treiben am Blumensonntag

Buntes Treiben am Blumensonntag

Ausgefallenes Essen, Musik, Sport und natürlich Blumen gab es gestern in der Rheydter City.

Wer sich gestern auf die evangelische Hauptkirche hinauftraute, wurde mit einer tollen Aussicht belohnt: Kinder springen auf einer gelben Hüpfburg umher, Seifenblasen und Luftballons werden in den Himmel geschickt, Jahrmarktstände werben für Süßigkeiten, Menschen lassen sich am Springbrunnen oder auf den Terrassen nieder. Aus Sträuchern und Blüten geformt sieht man einen Kreis, dazwischen Fahrräder mit Blumen in den Körben.

Die Geschäfte haben noch geschlossen, da ist zur Eröffnung des 59. Blumensonntags in Rheydt um 12 Uhr schon einiges los auf den Straßen. Sehr zur Freude des Rheydter City-Managements: „Es ist schön zu sehen, wenn das, was wir ein halbes Jahr lang auf die Beine gestellt haben, angenommen wird“, sagt der Vorsitzende Christoph Hartleb, „wir wollen den Menschen zeigen, wie attraktiv Rheydt sein kann. Und auch der Handel kann hier seine Handlungsfähigkeit demonstrieren.“

Ende des Jahres sollen wieder vier verkaufsoffene Sonntage beantragt werden, auch der Blumensonntag ist als Termin geplant. Um dieses Vorhaben umzusetzen, müsse jedoch nachgewiesen werden, dass die Mehrzahl der Besucher wegen der Veranstaltungen rund um den Marktplatz in die Innenstadt gekommen ist. „Vier Mitarbeiter von uns sind mit 400 Fragebögen unterwegs, um die Besucher diesbezüglich zu befragen“, sagt Hartleb. „Mindestens 80 bis 90 Prozent müssen angeben, dass sie auch wegen des Anlasses gekommen sind. Da wir so viele Attraktionen hier haben, mache ich mir deswegen aber eigentlich keine Sorgen“, sagt Hartleb.

An Attraktionen mangelt es auf dem Rheydter Marktplatz tatsächlich nicht. Als die Band „just:is“ mit Liedern zum Mitsingen die Bühne betritt, tanzt und schwingt die Menge mit. Zuschauer fiebern mit, wie ein kleiner Junge mutig auf Kisten klettert. Über einem Feuer brutzelt Stockbrot, während auf der Bahn der Rollbrettunion Skateboards unterwegs sind. Blumen musste man auf dem Marktlatz erst einmal ein wenig suchen. Man fand sie auf geschminkten Kindergesichtern, Postkarten, Gläsern, Knöpfen, in Form von Girlanden und natürlich in Blumentöpfen.

Und ja: Selbst blumengeschmückte Fahrzeuge bewegten sich wie ein Korso durch die Innenstadt. Begleitet von einem Klingelkonzert stellten sich rund zehn Teilnehmer dem zweiten Mönchengladbacher Fahrradmarathon: 30 Runden entlang der Stresemann-, der Markt- und der Friedrich-Ebert-Straße — eine Strecke von insgesamt 21 Kilometern. Auch Marcus Graef hatte sein Rad samt Anhänger mit Einhörnern, Bären und natürlich jede Menge Blumen für den Marathon herausgeputzt. „Die Sachen hatte ich alle schon zuhause, heute morgen habe ich das Fahrrad dann eine Stunde lang geschmückt“, erzählte er nach den Marathon. Mit dem Blumenkorso auf zwei Rädern möchte der ADFC auf die Wichtigkeit des Fahrradverkehrs für die Stadt aufmerksam machen. „Leider herrscht hier ein enormer Parkverkehr mit Autos, die orientierungslos herumfahren“, sagt Peter Beckers vom ADFC.

Auf dem Street-Food-Festival fand man so gut wie alles, was man sich zum Essen vorstellen konnte — für ganz Mutige gab es sogar gebratene Insekten.