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Bundesministerin Ilse Aigner zu Besuch in Rheydt

Bundesministerin Ilse Aigner zu Besuch in Rheydt

Bundesministerin Ilse Aigner diskutierte in Gladbach mit Experten und Kunden über Ernährung und Verbraucherschutz.

Mönchengladbach. Die Experten waren sich einig: Das Wissen über Ernährung und Lebensmittel ist zu gering, die Wertschätzung der „Mittel zum Leben“ ebenfalls. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner war auf Einladung des Mönchengladbacher Bundestagsabgeordneten Günter Krings nach Rheydt gekommen, um in einem Supermarkt gemeinsam mit Vertretern von Gastronomie, Handel, Bauernschaft und Verbraucherschützern über Probleme und Entwicklungen zu diskutieren.

Spitzenkoch Wolfgang Eickes bringt es auf den Punkt: Um verstärkt regionale Produkte zu verarbeiten, müssen die Verbraucher sie auch kennen. „Die Leute kennen keine Pastinaken mehr, deshalb werden sie auch nicht gekauft“, sagt Eickes und fährt kopfschüttelnd fort: „Selbst Butterbrot ist ja für einige Kinder ein Fremdwort.“

Professor Georg Wittich vom Fachbereich Lebensmittelwissenschaft der Hochschule Niederrhein schlägt in die gleiche Kerbe: „Sogar für einige Studenten wird Milch von der Industrie produziert, nicht von Kühen.“

Bei der Frage nach der Einführung von Ernährungslehre als Schulfach reagiert Ministerin Aigner eher pessimistisch: „Ein Schulfach einzuführen oder abzuschaffen dauert unendlich lange. Ich glaube nicht, dass ich das noch erleben würde.“ Aber Ernährung als Querschnittsthema in den Unterricht einzubringen, hält sie für sinnvoll.

Die Lebensmittelskandale, die regelmäßig die Verbraucher verunsichern, hält Aigner für Taten einzelner schwarzer Schafe in der Lebensmittelbranche. „Das sind einzelne Betrugsfälle, aber wir haben insgesamt die sichersten und hochwertigsten Lebensmittel“, zeigt sie sich überzeugt. Ein Problem sei allerdings die mangelnde Wertschätzung von Lebensmitteln, meint die Ministerin. „Pro Kopf und Jahr werden 82 Kilo Lebensmittel weggeworfen“, kritisiert sie und verweist auf eine Reste-App, die das Ministerium entwickelt hat.

Damit kann sich der Verbraucher Vorschläge machen lassen, was er mit den Resten im Kühlschrank anfangen kann. Ilse Aigner selbst outet sich als Köchin mit einer Vorliebe für Gemüsepfannen und mit einem Hang zu gesalzenen Erdnüssen — nicht ganz so gesund, wie sie zugibt.