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Bürgermonitor: S-Bahnhof in Lürrip für Reisende eine Zumutung

Bürgermonitor S-Bahnhof Lürrip : Lürrip: Pendler ärgern sich über Bahnhof

Der Bahnhof „gleicht einer Müllkippe“, sagt ein Bahnfahrer. Auch auf dem Parkplatz gibt es Probleme.

Für viele Mönchengladbacher ist Lürrip das Tor zu Düsseldorf. Nach nur 30 Minuten Fahrtzeit und zehn Haltestellen ist man mit der S8 Richtung Hagen vom S-Bahnhof Mönchengladbach-Lürrip am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Eine beliebte Strecke für Berufs-Pendler. Einer von ihnen ist Wilfried Brewig (57) aus Lürrip. Seit mehr als drei Jahren pendelt er jeden Morgen in die Landeshauptstadt und abends wieder zurück. Und seit drei Jahren tut sich nichts. „Es kommt mir vor, als würde ich in einer Müllkippe einsteigen“, sagt Brewig.

Müllsäcke häufen sich neben aufgestellten – oftmals demolierten – Entsorgungseimern. Laut Brewig entsorgen vor allem Privatpersonen dort wöchentlich ihren Haushaltsmüll. „Das stinkt und lockt Ratten an“, sagt der Lürriper empört. Die Deutsche Bahn entgegnet: „Die Station Mönchengladbach-Lürrip wird zweimal wöchentlich gereinigt.“ Fahrgäste könnten Hinweise zu Verschmutzungen an die zuständige 3-S-Zentrale in Duisburg melden. Von dort aus würde der sichere Bahnhofsbetrieb kontrolliert.

Neben Müllbergen am Gleis machen zusätzlich lieblos bepinselte Wände Probleme: „Es gibt nichts, das nicht beschmiert ist“, sagt Brewig. „Das ist ein richtiger Freiwildbahnhof.“ Hierzu äußert die Bahn-Sprecherin, dass der Graffitibefall an NRW-Bahnhöfen in den letzten Jahren generell angestiegen sei und „hier gesamtgesellschaftlich gehandelt werden muss“.

Stadtsprecher:
„Das Problem ist bekannt“

Brewig fordert die Installation von Überwachungskameras und Kontrollläufe von Sicherheitsleuten, damit solche Taten zumindest nicht weiter ermutigt werden. Die Bahn entgegnet, dass sich allein im Jahr 2018 der Schaden durch Vandalismus an NRW-Bahnhöfen auf etwa 2,8 Millionen Euro belief. Dieses Geld wolle die Bahn „lieber zum Nutzen ihrer Kunden einsetzen“.

Den Bahnfahrern in Lürrip wäre schon geholfen, wenn für ein saubereres Erscheinungsbild des Bahnhofs gesorgt würde. Besonders im Hinblick auf die neuen Wohnbaugebiete, die beispielsweise auf dem alten Reme-Gelände in Lürrip mit knapp 300 Wohnungen gebaut werden sollen. „Ich verstehe nicht, wie man einen Bahnhof sich selbst überlassen kann“, sagt Brewig verärgert.

Für ein weiteres Ärgernis sorgt die Situation rund um den Parkplatz. Dieser liegt etwas abgelegen und ist Eigentum der Stadt Mönchengladbach. Oftmals wird er von den abgemeldeten Wagen eines benachbarten Autohändlers zugeparkt. „Das Problem ist bekannt, das Ordnungsamt kontrolliert hier immer wieder“, sagt Stadtsprecher Mike Offermanns auf Anfrage unserer Redaktion. Generell sei der Parkplatz aber sehr groß, sodass es keine negativen Einschränkungen für Pendler gebe, heißt es weiter. „Unsere Empfehlung ist, mit dem Rad zur Bahnstation zu fahren. Fahrradfahrer können auf diesem Platz Fahrradboxen und eine Ladesäule nutzen“, schlägt Offermanns vor. Brewig entgegnet: „Wir Pendler sind gezwungen, mit dem Auto zum Bahnhof zu fahren. Falls der Zug ausfällt, müssen wir trotzdem irgendwie zur Arbeit kommen.“

Besonders für Frauen sei der Weg dorthin abends im Dunkeln eine Katastrophe, sagt Brewig. Auch er habe als Mann ein ungutes Gefühl, wenn er nachts alleine aus der Bahn steige. Die Stadt erkennt an, dass die Beleuchtung an der Treppenanlage optimiert werden könnte. „Das liegt allerdings im Zuständigkeitsbereich der Bahn. Der Parkplatz selbst ist beleuchtet.“