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Bürger wollen Überführung behalten

Bürger wollen Überführung behalten

Die Brücke über die Hermann-Piecq-Anlage ist marode. Aber viele sind darauf angewiesen.

„Gibt es die Brücke nicht mehr, muss ich etliche Umwege gehen, um meine alltäglichen Erledigungen zu tätigen“, sagt eine Seniorin empört. „Das ist ganz und gar nicht bürgerfreundlich.“ Die alte Dame ist nicht die einzige Anwohnerin, die den Abriss der Brücke über der Hermann-Piecq-Anlage als schwerwiegendes Problem sieht. Obwohl Bezirksvorsteher Herbert Pauls, Annette Bonin, planungspolitische Sprecherin der CDU, und Michael Hildemann von der SPD immer wieder versuchten, die Anwohner zu beruhigen, kochte die Stimmung dennoch.

Die Brücke sei marode und sacke langsam in sich zusammen, so Bonin. Nach und nach würde sich Putz und Mauerwerk auflösen und drohen, auf die Straße zu stürzen. Eine Wiederherstellung der Brücke wäre nur zu horrenden Preisen möglich: Man spreche von etwa zweieinhalb Millionen Euro, ein Neubau würde sogar bis zu fünf Millionen kosten — und die Kosten für den Abriss in Höhe von 500 000 Euro kämen noch hinzu. „Das kann unsere Stadt nicht finanzieren“, sagt Bezirksvorsteher Pauls.

Eine Möglichkeit wäre es, dies über Fördergelder zu finanzieren — sei es über Land, Bund oder die EU. Allerdings brauche das Zeit. Dass der Abriss aber nicht in diesem Jahr zustand komme, sei klar. „Bis dahin werden mindestens zwei Jahre vergehen“, so Pauls. Für Julija Keisele, Inhaberin des Friseursalons „Haarwerk Studio“ auf der Bettrather Straße, wäre der Abriss der Brücke ein Horrorszenario: „Ich habe mit Existenzängsten zu kämpfen.

Viele unserer Stammkunden sind ältere Menschen, die unseren Salon dann nicht mehr gut erreichen könnten“, sagt die junge Frau. „Warum kommt bei der Verwaltung niemand auf die Idee, eine Holzbrücke als Fuß- und Radweg zu gestalten?“, fragt Thomas Claßen vom Vorstand des Fahrradclubs ADFC Mönchengladbach. Er habe sich in bei Radfreunden in den Niederlanden erkundigt — mehr als 600 000 Euro müsse die Stadt für eine Holzbrücke nicht zahlen. Bei den Anwohnern sorgte das für viel Beifall. Wie es nun weitergehe, wisse aktuell noch niemand. Man warte auf die Ergebnisse der Prüfung der Stadt, so Hildemann.