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Brandsachverständiger Martin Mende zeigt der Feuerwehr den besten Weg

Brandsachverständiger Martin Mende zeigt der Feuerwehr den besten Weg

Der Brandsachverständige begutachtet Gebäude — und verhindert damit, dass es im Notfall eng wird.

Mönchengladbach. „Es gibt Fälle, da stimmt auf dem Papier alles. Aber bei der Bauausführung ist geschlampt worden“, sagt Ingenieur Martin Mende. Schlamperei beim Brandschutz könne man jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sind Leitungskanäle nicht ordentlich gelegt, breiten sich Flammen über verschiedene Stockwerke aus. Werden Räume umgenutzt und aus einer Spülküche im Altenheim ein Heizungskeller, steigt das Risiko. Dann müssen Schutzmaßnahmen her.

Mit solchen und vielen anderen Fällen beschäftigt sich Martin Mende, seit kurzem staatlich anerkannter Brandsachverständiger. Er hat viele Jahre Berufserfahrung in Ingenieurbüros und bei der Bauaufsicht — und arbeitet nun als unabhängiger Sachverständiger. Zu seinen Aufgaben gehört die Beratung und Unterstützung von Bauherren.

So soll etwa in Düsseldorf ein Bürohaus aus den 1960er Jahren zu einem Hotel umgebaut werden. Dann begutachtet er das Gebäude und stellt zum Beispiel fest, dass es zwar drei Aufzüge gibt, aber keinen Feuerwehraufzug mit Notstrom.

Auf der Basis seines Grundkonzepts kann der Architekt die Kosten ermitteln und überlegen, ob ein Neubau nicht sinnvoller wäre. „Brandschutzmaßnahmen sind nicht zwingend Kostentreiber“, sagt der Experte. Oft seien es die optischen Ansprüche der Bauherren, die den Preis in die Höhe treiben.

Die Verkleidung der brandschutztechnischen Einrichtungen mit italienischem Marmor sei viel teurer als die Schutzeinrichtung selbst. Der Brandsachverständige berät nicht nur, er kontrolliert auch die Bauausführung oder erstellt Flucht- und Rettungspläne, auf die auch die Feuerwehr zugreifen kann. Die Retter wissen so schon beim Eintreffen, was sie wo erwartet.

Manchmal sind es kleine Maßnahmen, die er vorschlägt, aber sie können im Ernstfall Leben retten. So machte Mende einmal eine Bestandsaufnahme in einem großen Maschinenbaubetrieb. Dabei wurde klar, dass es eine Gefahrenstelle im über Jahre beständig angewachsenen Gebäudebestand gab: Aus einer Etage konnten die Mitarbeiter im Brandfall nur auf das Dach einer angrenzenden Halle flüchten. „Dort wurde auf meine Anregung hin eine Aluleiter deponiert“, erklärt Mende. „So können die Mitarbeiter die umliegenden Dächer problemlos erreichen.“ Brandschutz ist hochkomplex und kann doch so einfach sein.