Borussia-Park: Noch kein Rezept gegen die Staus

Borussia-Park: Noch kein Rezept gegen die Staus

Nachgehakt: Sechs Monate nach dem Debakel haben Stadt und Borussia noch keine Anträge gestellt.

Mönchengladbach. Noch Tage nach dem für die Deutschen erfolgreichen WM-Quali-Spiel gegen Wales im Borussia-Park war das Verkehrschaos vor und nach dem Anpfiff das Thema.

Knapp sechs Monate nach dem Verkehrs-Debakel fragte die WZ Verantwortliche, was sie gegen das nervenaufreibende Vor- und Nachspiel für die automobilen Fußballfans unternommen haben.

Schließlich ist der Borussia-Park spätestens 2011 Austragungsort für mehrere Partien der Fußball-WM der Frauen. Und Gladbach will grundsätzlich seine Rolle als Länderspiel-Bühne nicht verlieren.

Wolfgang Hechler vom Krefelder Autobahnamt sagt zur WZ: "Es gab zu dem Thema mehrere Gespräche, doch ein Antrag von Borussia bzw. der Stadt auf eine zusätzliche Beschilderung im Bereich der Autobahnen ist bis jetzt bei uns nicht gestellt worden."

Gerade die war insbesondere von der Polizei verlangt worden. Mehr Hinweistafeln mit kurzen, klaren Aussagen an den Autobahnen im Süden und Norden - das sei das Richtige. Mindestens fünf Zusatzschilder standen zur Debatte, die die Autofahrer mit Ziel Borussia-Park "an die Hand nehmen und dahin führen, wo sie ihr Auto abstellen wollen".

Auch die Ampelschaltung (Sonderschaltung bei Länderspielen, Großkonzerten) müsse überprüft werden. Hechler sagt, dass es zuletzt um "ein bis zwei" zusätzliche Tafeln gegangen sei. "Wir warten aber jetzt den Antrag ab, ehe wir handeln."

Hauptauslöser für das Chaos waren wohl Navigationsgeräte, auf denen "Borussia-Park" eingestellt wurde. Die Folge: Zu viele Autofahrer bogen an der A 61-Abfahrt Holt ab und lösten dann unendliche Staus aus, weil sie im Bereich Aachener Straße in Richtung der reservierten Parkplätze 1 bis 3 fuhren. Zu spät erkannten sie, dass sie hier falsch waren. Als sie wendeten, um auf den für sie richtigen Tagesparkplatz zu gelangen, ging nichts mehr.

Nach Angaben eines Stadtsprechers muss sich Borussia um eine Verbesserung kümmern. Laut Hechler hat der abstiegsbedrohte Klub zugesagt, "das ein oder andere zu ergänzen": Beispiel die Anfahrts-Skizze "Stadion/Parkplätze" auf den Tickets. Sie soll die Eingabe auf dem Navi erleichtern. Hechler warnt allerdings: Sich total auf diese Geräte zu verlassen, ist nicht immer zielführend. Und: "Navis machen jedes Schild zum Statisten."

Die Parkplatz-Gesellschaft (PPG) betreut knapp 11 000 Stellflächen am Sport-Park. Auch sie sitzt mit am Tisch, wenn es um schnellere Zu- und Abfahrten für die Fan-Gemeinde geht. Die PPG gehört mehrheitlich der Stadtentwicklungsgesellschaft EWMG und der Borussia. Hier war gestern noch keine Stellungnahme zum leidigen Verkehrsprobleme zu bekommen.

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