Bombe in Rheydt entschärft

Bombe in Rheydt entschärft

Die 250 Kilogramm schwere Bombe stellte die Fachleute vor eine besondere Herausforderung: Sie hatte zwei Zünder.

Um kurz vor 16 Uhr war alles vorbei. Entwarnung. Die amerikanische Fliegerbombe war entschärft. 40 Minuten brauchten Wolfgang Wolf und Dirk Putzer vom Kampfmittelräumdienst, um die 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich zu machen, die bei Baggerarbeiten am Tippweg gefunden worden war. Meistens sind die Experten bei Sprengkörpern in dieser Größenordnung schneller. Aber dieser war eine etwas heiklere Angelegenheit. Er hatte zwei Zünder, einen an jedem Ende. „Diese Bombe hat sich mehrfach bitten lassen“, sagte Sprengmeister Wolf später.

Um 12 Uhr war das Gebiet gestern in einem Radius von 300 Metern rund um den Fundort evakuiert worden. Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Auch zwei Supermärkte, ein Getränkemarkt, einige Unternehmen und eine Hephata-Behindertenwerkstatt wurden geräumt. In einem Umkreis von 500 Metern wurden Straßen gesperrt. Auch der Bahnverkehr zwischen Rheydt und Wickrath war betroffen. Ab 14.45 Uhr konnten gestern bis zum Ende der Entschärfung die Züge zwischen dem Bahnhof Rheydt und Odenkirchen nicht fahren.

„Die Evakuierung ist völlig reibungslos verlaufen. Die bereitgestellten Shuttle-Busse von der NEW wurden sehr gut genutzt. Sie mussten mehrmals pendeln“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen: „Wir danken allen Anwohnern für ihr geordnetes Verhalten.“ Zwölf bettlägrige Patienten seien mit Rettungstransporten aus der Gefahrenzone gebracht worden. Sie fanden für die Dauer der Entschärfung eine Unterkunft im Altenheim Rheindahlen der Sozial-Holding. Mit dafür gesorgt, dass die Evakuierung so gut klappte, haben auch vier Hilfsorganisationen und Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr.

Der Verkehr geriet allerdings während der Entschärfung ins Stocken. In Rheydt kam es zu erheblichen Behinderungen.

Zuletzt war in Mönchengladbach Anfang April eine Bombe entschärft worden. Bei Abrissarbeiten auf dem JHQ-Gelände war ein Baggerfahrer auf eine 1000 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Damals mussten in einem Umkreis von 1,2 Kilometern 21 Häuser und die Erstaufnahmestelle auf dem ehemaligen Militärgelände geräumt werden. Die rund 300 Flüchtlinge wurden in die Krahnendonkhalle gebracht.

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